Wissen und Gesundheit
08.05.2017

Wie Kleintiere richtig transportiert werden

Ob Schildkröte, Ziervogel und Gecko - das "Transportmittel" muss an die Bedürfnisse des Haustiers angepasst sein.

Im Notfall ist beinahe jedes Mittel Recht. Da kann der zugeflogene Sittich im Schuhkarton zum Tierarzt gebracht und der kränkelnde Bartagame im mikrowellentauglichen Einweggeschirr mit Löchern befördert werden. Für geplante Wege mit dem Pflegling sollten Haustierhalter aber eine artgerechte Transportmöglichkeit haben.

"Wir haben schon aufgescheuchte Vögel in der Riesenvoliere und halb erfrorene Schildkröten auf den Behandlungstisch bekommen", sagt Zoodoc Katharina Reitl aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Der KURIER-Tiercoach weiß, wie wichtig ein stressarmer Transport für die Patienten ist, und wie dieser die Arbeit des Tierarztes erleichtert.

"Der Behälter, in dem das Tier bei der Neuanschaffung nach Hause genommen wird, eignet sich selten für den routinemäßigen Weg zum Tierarzt", sagt Reitl. Jungtiere wachsen schnell. Und es ist ein Unterschied, ob der Neuankömmling in Käfig bzw. Terrarium übersiedelt oder ob er untersucht werden soll.

Vögel

Vögel verbergen in der Aufregung ihre Krankheit unter dem aufgeplusterten Federkleid. "Eine Holzbox mit Gitter vorne und Schiebetüre hinten ist ideal", erklärt Reitl. Der Tierarzt kann sich ein Bild machen und vorsichtig eingreifen. Zur An- und Abreise schützt ein Tuch bzw. eine Decke über dem Käfig den Vogel. Ein kleiner Quarantänekäfig bewährt sich auch bei der Behandlung daheim.

Reptilien

Schildkröten sind temperaturempfindlich – vor allem in der Zeit rund um den Winterschlaf. Eine Therapie bei reduzierter Körperaktivität ist ebenso problematisch wie ein abgekühlter oder überhitzter Patient. "Für den Transport in der Einschlaf- oder Aufwachphase brauchen Schildkröten eine Styroporbox", sagt der KURIER-Tiercoach. Bei Schildkröten in Freilandhaltung reicht ein Wäschekorb oder eine kleine Wanne mit Heubett. Andere Reptilien oder auch Amphibien fühlen sich auf einer befeuchteten Küchenrolle bzw. im Wasser wohl.

Exoten

Exoten hält ein Thermophor in einer isolierten Schachteln auf Idealtemperatur. "Chamäleons und Geckos sind am besten in einer Fauna-Box unterwegs", sagt der Zoodoc. Durch die dursichtigen Plexiglasscheiben sieht der Tierarzt gut, was ihn erwartet.

KURIER-Tiercoach Katharina Reitl fasst zusammen: "Wichtig ist, dass sich Halter den Transport überlegen, bevor es zu einer Akutsituation kommt. Und dass sie das geeignete Transportmittel griffbereit haben."

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