Smog soll in Zukunft durch neuartige Hausfassaden bekämpft werden

© Reuters/Reinhard Krause

Wissen und Gesundheit
10/17/2013

WHO: Luftverschmutzung ist krebserregend

Forscher gehen davon aus, dass im Jahr 2010 etwa 230.000 Todesfälle durch Lungenkrebs auf Luftverschmutzung zurückgehen.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat Luftverschmutzung als wichtige Ursache für Krebserkrankungen eingestuft. Nach Angaben der zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörenden Agentur in Genf liegen ausreichende Beweise vor, dass Luftverschmutzung im Freien Lungenkrebs verursachen kann. Auch Feinstaub sei als wichtiger Bestandteil der Luftverschmutzung als krebserregend eingestuft worden. Trotz regional teils sehr unterschiedlicher Zusammensetzung und Intensität von Luftverschmutzung gelten die Schlussfolgerungen laut IARC weltweit.

Es sei bereits bekannt, dass Luftverschmutzung das Risiko für Atemwegs- und Herzerkrankungen erhöht. Nach den nun ausgewerteten Daten gehen die Forscher davon aus, dass im Jahr 2010 etwa 230.000 Todesfälle durch Lungenkrebs auf Luftverschmutzung zurückgehen. „Die Luft, die wir atmen, ist mit einer Mischung aus krebserregenden Stoffen verunreinigt“, sagte Kurt Straif von der in Lyon angesiedelten IARC. „Wir wissen jetzt, dass Luftverschmutzung nicht nur eine große Gefahr für die allgemeine Gesundheit, sondern auch ein entscheidender Umwelteinfluss für tödliche Krebserkrankungen ist.“ Für die Studie wertete die Agentur nach eigenen Angaben mehr als 1000 wissenschaftliche Untersuchungen

Schlechte Luft in vielen Großstädten

Mehr als 90 Prozent der Großstadtbewohner in der Europäischen Union sind Schadstoffen in der Luft ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Umweltagentur (EEA) in Kopenhagen. In ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht heißt es, das europäische Luftproblem sei trotz sinkender Emissionswerte weit davon entfernt, gelöst zu sein. Fahrzeuge, Industrie, Landwirtschaft und Wohnhäuser produzierten weiterhin gefährliche Abgase.

Luftverschmutzung schadet der Gesundheit und dem Ökosystem“, sagte der Direktor der Umweltagentur, Hans Bruyninckx. Große Teile der Bevölkerung lebten in einer ungesunden Umgebung. „Um einen nachhaltigen Weg einzuschlagen, muss Europa ehrgeiziger sein und über die aktuelle Gesetzgebung hinausgehen.“

Zwischen 2009 und 2011 waren dem Bericht zufolge 96 Prozent der Stadtbevölkerung Feinstaubkonzentrationen ausgesetzt, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als bedenklich eingestuft werden. 98 Prozent waren überhöhten Ozonwerten ausgesetzt. Dabei sei nicht nur in Städten, sondern auch in einigen ländlichen Regionen ein zu hoher Grad an Luftverschmutzung gemessen worden.

Für Österreich zeigt der Bericht einerseits Erfolge - die seit 2010 geltenden Emissionshöchstmengen werden für Schwefeldioxid, Ammoniak und flüchtige organische Verbindungen (ohne Methan) unterschritten, bei Schwefeldioxid sogar deutlich unterschritten. Bei den Stickoxidemissionen und Feinstaubemissionen gibt es allerdings - trotz eines sinkenden Trends - immer wieder Grenzwertüberschreitungen. So sind laut EU-Bericht auch in Österreich an manchen Tagen bis zu 93 Prozent der Bevölkerung von Feinstaubwerten betroffen, die über dem EU-Zielwert liegen. Verkehr und Energiebereich sind die größten Emissionsquellen.

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