Wenn die Sicht getrübt ist

Am grauen Star wird die Diskussion um die Zwei-Klassen-Medizin aufgehängt. Kein Zufall: Es ist einer der häufigsten Eingriffe.

Wartezeiten von bis zu 48 Wochen und eine Vorreihung von Privatpatienten: Durch einen Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) - der KURIER berichtete - ist die Operation des grauen Stars ins Gespräch gekommen.

60.000 Österreicher lassen sich jährlich eine trübe Linse entfernen. Auch die niederländische Königin Beatrix hat sich vor Kurzem für diesen Eingriff entschieden. Immer häufiger wird den Patienten in Augentageskliniken - ohne stationäre Aufnahme - durch einen nur 15- bis 20-minütigen Eingriff - ihre Sehleistung zurückgegeben. Den meisten Betroffenen ist es dadurch möglich, die Klinik noch am Tag der Operation zu verlassen.

Grauer Star, oder Katarakt, eine Trübung der Augenlinse, führt zu einer Verschlechterung des Sehvermögens. Betroffene klagen vor allem über verschwommenes Sehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit und eine Verschlechterung des Kontrastsehens. Häufigste Ursache ist das Alter (über 60 Jahre). Aber auch Stoffwechselerkrankungen oder angeborene Defekte können ein Auslöser sein. Heilung "Die Trübung der Augenlinse kann nicht mit Medikamenten geheilt werden, eine Operation ist die einzige Behandlungsmöglichkeit", weiß Univ.-Prof. Michael Amon, Vorstand der Augenabteilung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien.

Das Grundprinzip des Eingriffs: Die getrübte Linse wird durch eine künstliche Linse ersetzt. Unter örtlicher Betäubung wird das Auge im Bereich der Hornhaut durch einen zwei Millimeter langen Schnitt eröffnet. Danach wird die getrübte Linse - sie befindet sich in der Linsenkapsel - gezielt durch Ultraschall zerkleinert und anschließend abgesaugt. Der Arzt setzt die Kunstlinse, die im Vorfeld für jeden Patienten individuell vermessen und angefertigt wird, in die Linsenkapsel ein. Ein zusätzlicher Vorteil der Kunstlinse: in den meisten Fällen kann die Weit- oder Kurzsichtigkeit der Betroffenen korrigiert werden. Patienten, die vor der Operation eine Sehhilfe benötigten, können nach dem Eingriff wieder ohne bzw. mit einer schwächeren Brille scharf sehen.

"Die Operation ist durch die verbesserten Methoden (u. a. kleinerer Schnitt, Ultraschall, Anm.) sehr sicher geworden. Dennoch bleibt - wie bei jedem operativen Eingriff - ein Restrisiko bestehen", merkt Amon an. Obwohl die Patienten kurz nach der Operation wieder normal sehen können, muss mit einer Heilungsphase von vier bis sechs Wochen gerechnet werden.

Nachbehandlung

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Als Nebenwirkung des Eingriffs kann eine Nachtrübung (auch Nachstar genannt) auftreten. Anders als bei einem grauen Star - bei dem die Linse selbst getrübt ist - handelt es sich dabei um eine Trübung der Linsenkapsel. Der Nachstar kann mit einer nachträglichen Laserbehandlung einfach behandelt werden.

Verhindern kann man die Trübung seiner Augenlinsen nicht. "Jeder Mensch bekommt irgendwann Grauen Star. Das Einsetzen der Trübung kann aber zum Beispiel durch den Schutz der Augen hinausgezögert werden." Das Tragen von Schirmmützen und Sonnenbrillen mit ausreichendem UV-Schutz , wird daher von Medizinern empfohlen.

Schützen Sie Ihre Augen richtig

Die UV-Strahlung kann Schäden auf der Netzhaut oder der Linse des Auges verursachen. Deshalb sollten nicht nur die Haut, sondern auch die Augen vor Sonnenlicht ausreichend geschützt werden - mit Schirmkappen und Sonnenbrillen.

- Beim Kauf einer Sonnenbrille auf Qualitätsmerkmale achten. Das Prüfzeichen UV-400 garantiert einen hundertprozentigen UV-Schutz.

- Vorsicht bei zu hellen oder verspiegelten Modellen. Zu helle Gläser sind für den Alltag ungeeignet, da sie das Licht noch verstärken und der Träger leicht geblendet werden kann. Brillen mit grauen, braunen oder schwarzen Gläsern sind geeigneter.

- Je größer die Brille, desto größer ist auch der Schutz vor seitlichem Lichteinfall, der zu Schädigungen des Auges führen kann. Lediglich eine Brille mit großen Gläsern schützt das Auge von allen Seiten.

- Die Fassung der Brille sollte nickel- und chromfrei sein bzw. aus Plastik bestehen, um allergische Reaktionen zu vermeiden.

- Die meisten Kinder lehnen zu dunkle oder drückende Brillen ab. Die richtigen Gläser und die ideale Passform sind daher besonders wichtig.

Erstellt am 05.12.2011