Steigen die Temperaturen, weiten sich die Blutgefäße (bei Kälte ziehen sie sich zusammen). Durch die Ausdehnung kann der Blutdruck sinken.

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Herzinfarkt
06/01/2016

Herzinfarkt-Risiko sinkt deutlich

Neue Erkenntnis: Weniger tödliche Infarkte und bessere Behandlung.

Eine gute Nachricht: Die Überlebensrate bei einem Herzinfarkt ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das sei auch einer der Hauptgründe für die höhere durchschnittliche Lebenserwartung in Mitteleuropa. Bernhard Metzler von der Kardiologie der Medizinischen Universität Innsbruck erläuterte das im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG): „Die Kardiologie ist mehr als andere Fächer der Medizin für diesen Anstieg verantwortlich.“ Weitere wichtige Erkenntnis bei der Tagung: Durch Prävention könne man 50 Prozent des Risikos für einen Infarkt senken, die anderen 50 Prozent sind genetisch vorgegeben. Präventive Maßnahmen sind gesunde Ernährung, Gewichtsabnahme, nicht rauchen und leichte sportliche Betätigung. „Diese Faktoren sind wichtiger als jedes Medikament“, sagte Metzler.

Kardiologie wird zunehmend personalisiert

Auch Individualisierung und interdisziplinäre Kooperation wurde auf der Tagung (1. bis 4. Juni in Salzburg) thematisiert, die erstmals gemeinsam mit Herzchirurgen veranstaltet wurde. Die Kardiologie wird zunehmend personalisiert, Biomarker und Magnetresonanztomografie werden in Zukunft verstärkt ein Thema sein. Einen solchen Fortschritt wie in den vergangenen Jahren habe es in der Kardiologie noch nie gegeben, sagte Julia Mascherbauer von der Kardiologie der Medizinischen Universität Wien. „Personalisierte Medizin ist das, was bei uns Kardiologen im Vordergrund steht, dass Patienten entsprechend ihrer individuellen Situation, entsprechend Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen und Lebenserhaltung die richtige Behandlung bekommen“, sagte Mascherbauer. „Wenn jetzt jemand im Waldviertel wohnt, muss man eventuell eine andere Behandlung wählen als für jemanden, der in Wien wohnt.“

Personalisierte Medizin hat zum Ziel, durch modernste Diagnostik und den Einsatz neuer, auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten ausgerichteter Therapieverfahren die Effektivität der Behandlung zu steigern und die Kosten zu reduzieren. Schnellere und bessere Diagnosen könnten beispielsweise durch eine Magnetresonanztomografie (MRT) erreicht werden. Die Kombination mehrerer Verfahren liefert zusätzlich Informationen. Beispielsweise kann mittels MRT und Herzultraschall zwischen verschiedenen Formen der Herzinsuffizienz (Herzschwäche) differenziert werden.

Biomarker und Gen-Erbe

Ebenso sollen Biomarker einen wichtigen Beitrag zur individualisierten Diagnostik und Therapie der Zukunft spielen. Damit sind beispielsweise Proteine, die im Blut nachgewiesen werden können, gemeint. Von besonderem Interesse ist derzeit, das NTproBNP, ein Prohormon-Fragment, das sich unter anderem zur Früherkennung von Herzinfarkten eignet.

„Wenn jemand eine genetische Disposition hat, raucht und vielleicht noch Diabetes hat, dann steigt das Risiko für einen Herinfarkt extrem. Daher ist besonders dort, wo eine genetische Disposition vorherrscht, Prävention ganz wichtig“, sagte Mascherbauer. „Menschen unter 50 Jahren ohne genetische Belastung müssen schon sehr dick sein und stark rauchen, damit sie einen Infarkt bekommen.“ Wer heute einen Herzinfarkt erleidet, hat nicht nur bessere Chancen zu überleben, er kann bei einer Sekundärprevention auch auf eine normale Lebenserwartung hoffen. Metzler sieht drei Gründe für die höhere Überlebensrate: Die Zeit vom Eintritt des Herzinfarktes bis zur Behandlung hat sich verringert, die Technik hat sich verbessert und die Prävention vor einem Herzinfarkt ist wichtig.

Die Zusammenarbeit zwischen Kardiologen und Herzchirurgen soll gefördert werden. „Es sollte keine Konkurrenz zwischen Kardiologen und Herzchirurgen bestehen, sondern die Entscheidung sollte so getroffen werden, dass es die Beste für den Patienten ist, nicht für den Arzt“, sagte Franz Xaver Roithinger, Präsident der ÖKG. Kardiologen und Herzchirurgen treffen bei Bedarf gemeinsam therapeutische Entscheidungen.

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