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Wissen und Gesundheit
09/09/2016

Europäer sind die größten Impf-Skeptiker

Eine neue Studie zeigt, dass die Ansichten bezüglich Impfungen weltweit variieren.

Mit Sicherheit nahmen Sie schon einmal das kurze Pieken einer Nadel für eine Schutzimpfung in Kauf. Schenkten Sie aber der Impfsicherheit auch tatsächlich Ihr Vertrauen oder war es lediglich die hohe Bedeutung der Schutzimpfung, die Sie einen Arztbesuch wahrnehmen ließ?

Dieser Frage gingen jetzt auch die Forscher der London School of Hygiene & Tropicial auf den Grund. Mit der bisher größten Umfrage zum Vertrauen in Impfstoffe konnte gezeigt werden, dass Europäer der Impfsicherheit am meisten Skepsis entgegenbringen.

Franzosen haben am wenigsten Zuversicht

Beinahe 66.000 Menschen aus 67 unterschiedlichen Ländern nahmen an der Studie teil. Sie wurden nach ihren Ansichten, ob sie Schutzimpfungen als für sie sicher, effektiv und als übereinstimmend mit ihrem religiösen Glauben einstufen, befragt. Obwohl die Menschen in allen Ländern grundsätzlich positiv gegenüber Schutzimpfungen eingestellt waren, variieren die Ansichten.

Sieben der zehn teilnehmenden Länder Europas besetzten mit großem Misstrauen die letzten Plätze der weltweiten Rangliste in Hinblick auf die Impfsicherheit. Während hierzu Frankreich mit 41 Prozent seiner Einwohner, die der Impfsicherheit keine Zuversicht schenken, besonders ausschlägt, ist die südostasiatische Region mit nur 4,4 Prozent der Einwohner, die Impfungen als unsicher einstufen, der Spitzenreiter der Untersuchung.

Mögliche Folgen

Abnahmen des Vertrauens in die Schutzimpfungen könnten dazu führen, dass immer mehr Menschen das Impfen verweigern. Als Folgen sind die Ausbrüche von Krankheiten wie Masern, Kinderlähmung oder der Hirnhautentzündung möglich.

Außerdem zeigte die Untersuchung, dass in Ländern wie Frankreich, Bosnien-Herzegowina oder Japan das Vertrauen in die Bedeutung des Impfens durchaus besteht und wesentlich höher als jenes in das der Impfsicherheit ist. Dies weist darauf hin, dass die Teilnehmer den Wert einer Schutzimpfung nicht ablehnen, aber Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit haben.

Bangladesh, Iran und Ecuador hatten den höchsten Anteil an Einwohnern, die die Schutzimpfung als wichtig bewerteten. Russland, Italien und Azerbaijan weisen hingegen die größte Skepsis bezüglich der Bedeutung des Impfens auf.

Religiöser Einfluss

Obwohl die Stude zeigte, dass in manchen Ländern religiöse Gruppierungen der Schutzimpfung skeptischer gegenüberstehen als in anderen, gab es keine einzige Religion, die mit negativen Ansichten hinsichtlich des Impfens in Verbindung gebracht wurde. Es konnte auch herausgefunden werden, dass weltweit Teilnehmer ab 65 Jahren und älter positivere Ansichten bezüglich Impfungen als alle anderen Altersgruppen haben.

Laut Forschern soll die Zukunft zeigen, ob sich die Ansichten auf bestimmte Schutzimpfungen beziehen und welche Gründe es für die Einstellungen gegenüber dem Impfen gibt.