Wissen und Gesundheit
06.07.2017

Welcher Facebook-Typ sind Sie?

Eine kürzlich erschienene Studie von US-Forschern teilt Facebook-Nutzer in vier Kategorien ein.

Ein Großteil der Menschen hinterlässt täglich Spuren auf diversen sozialen Plattformen. Es wird geshared, geliked, gepostet, die Welt ist untereinander stark vernetzt. Nach wie vor gehört Facebook zu den beliebtesten sozialen Medien. Der durchschnittliche User verbringt täglich 35 Minuten online, auf ein ganzes Leben hochgerechnet ergibt sich damit ein Pensum von Monaten bishin zu Jahren.

Warum aber zieht Facebook so viele Menschen in seinen Bann? Eine Studie der Brigham Young University, USA wollte genau das herausfinden und stieß dabei auf überraschend neue Erkenntnisse.

Für die Studie stellten die Forscher eine Liste von 48 Statements zusammen, die für verschiedenste Beweggründe charakteristisch sind. Die Versuchspersonen mussten den Aussagen jeweils eine Skala von "trifft zu" bis "trifft gar nicht zu" zuordnen. Um einen noch tieferen Einblick für die Motive der Menschen zu erhalten, wurden die Probanden hinterher noch individuell befragt.

Basierend auf den zahlreichen Antworten gelang es der Forschergruppe, vier Kategorien von Facebook-Nutzertypen herauszufiltern:

- die Beziehungsfanatiker,

- die Mitteilungsbedürftigen,

- die Selbstdarsteller,

- die Beobachter

Wo finden Sie sich wieder?

Die Beziehungsfanatiker bewegen sich primär auf Facebook, um ihre Beziehungen zu stärken und mit ihren Freunden zu interagieren. Sie verbreiten Inhalte mit dem Ziel, Kontakte zu erhalten oder neue zu knüpfen. Diese Gruppe sieht Facebook als eine Erweiterung des eigenen Bekanntschaftskreises.

Bei den Mitteilungsbedürftigen hingegen lässt sich eine größere Diskrepanz zwischen echter und virtueller Welt feststellen. Sie vermeiden es, Inhalte über sich selbst preiszugeben. Viel eher geht es ihnen darum, Informationen über alles und jeden zu verbreiten. Mit ihren privaten Freunden kommunizieren sie aber über andere Kanäle.

Die Selbstdarsteller nutzen Facebook, um sich selbst ins Scheinwerferlicht zu rücken. Sie fallen durch unzählige Selfies auf und erhoffen sich dadurch auch Prestige und Ansehen. Sie sind abhängig von der Akzeptanz, die ihnen nur scheinbar gezollt wird.

Die letzte Gruppe, die Beobachter, fühlt sich auf irgendeine Weise dazu verpflichtet, Mitglied der Facebook-Gemeinschaft zu sein. Trotzdem geben sie möglichst wenig von sich preis, verhalten sich neutral und verfolgen mit Spannung, was andere von sich geben.

Neue Erkenntnisse

Die Studie der US-Forscher zeugt deshalb von Neuartigkeit, weil es eine derartig differenzierte Einteilung in vier Kategorien noch nie gegeben hat. Zwar lag der Verdacht nahe, dass man zwischen Beziehungsbastlern und Aufmerksamkeitsaffinen unterscheiden könnte, dass es nebenbei aber auch zwei andere klar definierte Gruppen gibt, ist ein Novum. Die Forscher betonen auch, dass man eine einzelne Person nicht hundertprozentig einer Kategorie unterordnen könne, aber dass sich das Verhalten der Menschen im Großen und Ganzen zu einem mehrheitlichen Anteil einer Kategorie zuweisen ließe. Fest steht, Facebook zieht uns in seinen Bann. Die Gründe dafür sind vielfältig.