Was ist nachhaltiges Essen?

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Ernährungswissenschaftler zeigen alltagstaugliche Konzepte für Mensch und Erde.

Genussfeindlich, kompliziert teuer und nur ein Tropfen auf dem heißen Stein gegen den Klimawandel: Wenn das Trend-Schlagwort "Nachhaltigkeit" auftaucht, kommt es oft zu heftigen Diskussionen – und Irrtümern. Auch in Sachen Essen. Das Ziel müssen alltagstaugliche Ernährungskonzepte sein, bei denen die Freude am Essen nicht zu kurz kommt. Bei der Jahrestagung des Verbands der Ernährungswissenschaftler (VEÖ) wurden die Eckpunkte aufgezeigt.

"Wenn es um Ernährung geht, steht immer die Gesundheit im Vordergrund", sagt VEÖ-Vorsitzende Ursula Umfahrer-Pirker. Dabei gehe es um viel mehr. Ernährungswissenschaftlerin Theres Rathmanner: "Die gesundheitliche Dimension ist wichtig, aber nicht die einzige." Etwa die "Dimension Gesellschaft" beschäftige sich u. a. mit den kulturellen Aspekten des Essens. Die importierte Banane gehört schon zum Alltagsgut. "Aber die Frage nach der Fairness im globalen Handel gehört ebenso dazu. Das beleuchtet zum Beispiel die wirtschaftliche Dimension", erklärt sie.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist übrigens keine moderne Schöpfung. Er entstand schon vor 300 Jahren im Forstwesen: Aus dem Wald sollte nicht mehr Holz entnommen werden als wieder nachwächst. Auch bei einem nachhaltigen Ernährungsstil im Alltag können diese Grundsätze helfen, die die deutschen Ernährungsökologen Karl von Loerber und Claus Leitzmann von der Universität Gießen aufgestellt haben. Mit Verzicht hat Nachhaltigkeit nämlich sicher nichts zu tun. Rathmanner: "Wir wollen zum sorgsamen, aber genussvollen Umgang mit Lebensmitteln anregen. Qualität statt Menge ist generell die wichtigste Ernährungsempfehlung."

Die vier Dimensionen nachhaltiger Ernährung

Neue Studie

Zahl der Übergewichtigen drastisch gestiegen

Wer sich falsch ernährt, nimmt zu, erkrankt eher an Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Diese Binsenweisheit haben Forscher jetzt zu einer Studie mit erschreckenden Zahlen zusammengefasst: Fast ein Drittel der Weltbevölkerung ist übergewichtig oder fettleibig, geht aus der Untersuchung hervor, die Daten aus mehr als 180 Ländern zusammenfasst.

Damit ist die Zahl übergewichtiger Menschen weltweit in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen ist: 1980 wogen 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, 2013 waren es 2,1 Milliarden. Und nein, das lässt sich nicht mit dem Anstieg der Weltbevölkerung erklären, die verlaufe langsamer, schreiben die Forscher der Universität Washington im Fachblatt Lancet.

Etwa 50 % der besonders stark übergewichtigen Menschen leben in zehn Ländern, darunter die USA, China, Indien und Deutschland. Den stärksten Adipositas-Anstieg gab es seit 1980 im Nahen Osten, darunter Ägypten, Saudi-Arabien und Oman.

(kurier) Erstellt am
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