Wissen und Gesundheit
18.08.2017

Verzicht auf das Frühstück kann zu Nährstoffmangel führen

Eine neue Studie zeigt: Lassen Kinder regelmäßig das Frühstück ausfallen, liegt die aufgenommene Menge verschiedener Nährstoffe unter den empfohlenen Richtwerten.

Kinder, die das Frühstück täglich ausfallen lassen, könnten einen Mangel an benötigten Nährstoffen aufweisen: Das ergab eine aktuelle Studie des Londoner King's College, welche im Magazin British Journal of Nutrition veröffentlicht wurde. Diese Nährstoff sind jedoch essentiell für das Wachstum und die Entwicklung, gerade bei Kleinkindern.

Für die Studie wurden Essens-Tagebücher benutzt, die im Verlauf des National Diet and Nutrition Survey Rolling Programme zwischen 2008 und 2012 von 802 Kindern von 4 bis 10 Jahren, sowie 884 Teenagern im Alter von 11 bis 18 geführt worden waren. Die Nährstoff-Aufnahme wurde anhand einer Datenbank über die Zusammensetzung bestimmter Lebensmittel mit verschiedenen Nährstoffen beurteilt. Demnach nehmen Kinder und Jugendliche durch das Frühstück zwischen 6 und 9 Uhr vormittags mehr als 100 Kalorien auf.

Die Kinder, die regelmäßig frühstücken, haben laut der Studie eine höhere tägliche Aufnahme an wichtigen Nährstoffen wie Folsäure, Kalzium, Eisen und Iod, welches für die Schilddrüsenentwicklung wichtig ist.

Ergebnisse in Zahlen

  • 31,5 Prozent aller nicht frühstückenden Kinder erreichten nicht einmal den unteren Richtwert der empfohlenen Nährstoffstoffaufnahme (LRNI - Lower recommended nutrient intake) an Eisen. Bei den Kindern, die regelmäßig Frühstück zu sich nahmen, waren es nur 4,4 Prozent, die den unteren Grenzwert nicht erreichten.
  • 19 Prozent erreichten nicht die untere Grenze der empfohlenen Kalziumaufnahme, bei den Frühstückenden waren es nur 2,9 Prozent.
  • 21,5 Prozent kamen nicht auf den unteren Wert der empfohlenen Iod-Aufnahme, im Vergleich dazu war dies nur bei 3,3 Prozent aller Frühstück essenden Kinder der Fall.
  • Keines der regelmäßig Frühstück konsumierenden Kinder hatte einen Folsäure-Spiegel unterhalb der empfohlenen Werte, bei den Kindern, die ihr Frühstück ausfallen ließen, war dies hingegen bei 7,3 Prozent der Fall.

Für die Studie wurden auch die Unterschiede zwischen den beiden Altersgruppen analysiert. Dabei zeigte sich, dass die Kinder der jüngeren Altersgruppe (4 bis 10 Jahre) an den Tagen, an denen sie frühstückten, eine höhere Aufnahme von Folsäure, Kalzium, Vitamin C und Iod aufwiesen als im Vergleich zu Tagen ohne morgentlichem Essen. Die Teilnehmer im Alter von 11 bis 18 Jahren hatten an Tagen mit Frühstück lediglich eine höhere Kalziummenge aufgenommen.

Mögliche Ursachen

Die Unterschiede bezüglich der Nährstoffaufnahme zwischen den beiden Altersgruppen begründen die Autoren der Studie mit der elterlichen Kontrolle in der Auswahl des Essens und der Essgewohnheiten - dass also das Frühstück der Kinder viefältiger an wichtigen Inhaltsstoffen war.

Es zeigte sich außerdem, dass fast 27 Prozent der 11- bis 18-Jährigen jeden Tag ihr Frühstück ausfallen ließen, unter den 4 bis 10 Jahre alten Kindern taten dies nur 6,5 Prozent. Unter denen, die nicht frühstückten, war die Anzahl der Mädchen höher als die der Burschen. Und es zeigte sich, dass in Haushalten mit frühstückenden Kindern das Einkommen der Eltern höher war.

Ungenaue Aufzeichnungen?

Die Ergebnisse bei den älteren Jugendlichen könnten allerdings auch ein wenig verfälscht sein, betonen die Studienautoren: So könnten die Aufzeichnungen über das Gegessene unvollständig oder fehlerhaft sein - vor allem deshalb, weil die älteren Teilnehmer ihre Essens-Tagebücher oft selbst schrieben.

Kinder unterschliedlicher Altersgruppen bevorzugen unterschiedliche Nahrungsmittel für ihr Frühstück, was ebenfalls Unterschiede in der Nährstoffaufnahme mit sich bringt. Weitere Studien sollen zeigen, inwiefern sich diese "Frühstückstypen" auf die Nährstoffqualität auswirken.