Wissen 05.12.2011

Tropische Mücken in Hellas

Die Fälle von Malaria und West-Nil-Fieber häufen sich. Der übliche Insektenschutz reicht aber, meinen Tropenmediziner.

Wer dieser Tage mit Fieber und Gliederschmerzen aus dem Griechenland-Urlaub heimkehrt, könnte sich mit Malaria oder dem West-Nil-Fieber angesteckt haben. In diesem Sommer wurden in der Gegend des Peloponnes sechs Fälle von Malaria beobachtet, weiter nördlich in Thessalien wurden 39 Erkrankungen mit dem West-Nil-Fieber gemeldet - letztere endeten für zwei Menschen sogar tödlich.

"An sich ist Griechenland ja seit 1975 offiziell malariafrei, aber es gibt immer wieder vereinzelt Fälle", erklärt dazu der Tropenmediziner Univ.-Prof. Herwig Kollaritsch. Sechs Fälle seien sehr wenig, wenn man bedenke, wie viele Menschen dort unterwegs sind. "Es handelt sich hier auch um die relativ gutartige Form der Malaria tertiana - sie ist unangenehm, aber keine potenziell tödliche Erkrankung." Ähnlich seien auch die Infektionen mit dem West-Nil-Fieber zu beurteilen.

"Für einen normalen Hotel-Touristen ist die Wahrscheinlichkeit, einen Lotto-Sechser zu machen, höher als von einem Überträger gestochen zu werden." Dennoch sollte die Möglichkeit einer Infektion nicht ausgeschlossen und mit dem Hausarzt besprochen werden, wenn jemand nach seinem Griechenland-Urlaub Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen und geschwollene Lymphknoten hat.

Vorbeugen

Das West-Nil-Fieber und die in Griechenland vorkommende Form der Malaria tertiana sind unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich.
© Bild: KURIER/Deutsch

Eine Prophylaxe mit Malaria-Medikamenten sei laut Kollaritsch sicher nicht notwendig. Er rät viel mehr zu handelsüblichen Mückenschutzmitteln - natürliche Stoffe mit Lavendel, Zitrone, Vitamin B oder Knoblauch seien nicht sinnvoll. "Unsere heimischen Produkte reichen hingegen absolut und sind meist auch besser verträglich als ausländische Mittel."

Der Tropenmediziner empfiehlt, ein neues Mittel vorher daheim zu testen - vor allem bei Kindern. Denn oft würde die Haut empfindlich reagieren und man müsse auf ein anderes Mittel umsteigen. "Tagsüber am Strand sollte es ohnehin keine Probleme mit Stechmücken geben, weil die Überträger dämmerungs- und nachtaktiv sind." Beim Abendessen im Freien sollten die Repellents dann immer wieder nachgeschmiert werden.

Für Individual-Touristen und Camping-Fans ist außerdem ein Moskito-Netz ratsam. Das hält abends nicht nur die lästigen Insekten fern, sondern auch die Überträger von Krankheiten.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011