Wissen und Gesundheit
28.03.2017

Tod von Christine Kaufmann: Was ist Leukämie, wie wird sie behandelt?

Es gibt unterschiedliche Arten dieser Bluterkrankung.

Über den Tod von Christine Kaufmann (72) ist nur so viel bekannt: Laut Medienberichten litt sie an Leukämie, von der sie offensichtlich nichts wusste.

Doch was ist Leukämie überhaupt? Eine Leukämie ist eine maligne (bösartige) Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einer ungehemmten Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) kommt. Allerdings gibt es viele verschiedene Formen von Leukämien. Nach Typus der bösartigen Vorläuferzellen wird zwischen myeloischer (von Myeloblasten ausgehend) und lymphatischer (von Lymphoblasten ausgehend) Leukämie unterschieden. Außerdem sind akute und chronische Verlaufsformen möglich. Die akute Form verläuft meist dramatischer. Als Behandlungsmöglichkeiten stehen Chemotherapie, Knochenmarks- und Stammzellentransplantation zur Verfügung.

Lebensverlängernde Therapien

Wird Leukämie (rechtzeitig) diagnostiziert, gibt es heute schon erfolgsversprechende und lebensverlängernde Therapien, wie zuletzt beimKURIER-Gesundheitstalk zum Thema „Leukämie“erläutert wurde. Besonders große Fortschritte gibt es etwa bei der Therapie von Leukämien und bösartigen Lymphomen (Vergrößerungen von Lymphknoten) bei Erwachsenen, sagte etwa Univ.-Prof. Ulrich Jäger von der MedUni Wien / AKH Wien. Verschiedene Antikörper erkennen unterschiedliche Oberflächenmerkmale der Krebszellen – und lösen einen Angriff des Abwehrsystems aus. Bei bestimmten Leukämieformen (chronische lymphatische Leukämie, chronische myeloische Leukämie) gehe die Entwicklung in Richtung chemotherapiefreier Behandlungen. Dafür gibt es wirksame und neue Medikamente, die die Chemotherapie in Zukunft ersetzen könnten.

Richtige Diagnostik ist wichtig

Wichtig ist die richtige Diagnostik – und zwar rechtzeitig, denn es gibt eine Vielzahl von Subformen, jede wird anders therapiert. Am Beispiel chronische myeloische Leukämie zeigt sich zum Beispiel, wie die Krankheit in (oft unauffälligen) Phasen verläuft. Anfangs noch langsam, kommt es in einer späten Phase dann zu einem aggressiven Schub. Dabei verschlechtert sich das Allgemeinbefinden massiv, man hat alle Anzeichen einer Blutarmut, Milz und Leber schwellen an (mit Schmerzen im Oberbauch), es kommt zu einer erhöhten Blutungsneigung und zu Infektanfälligkeit. Unbehandelt verläuft diese Blutkrebsform dann innerhalb weniger Wochen tödlich. Auch akute Leukämien können, so nicht therapiert, rasch lebensbedrohlich werden.

Auf Symptome achten

Auf welche Symptome sollte man achten? Bei Mattigkeit und Müdigkeit sollte man immer einen Blutbefund machen lassen – durch den Mangel an roten Blutkörperchen aufgrund der massiven Bildung weißer Blutkörperchen wird weniger Sauerstoff transportiert und man fühlt sich sehr schlapp. Weiters typisch: Blässe, Fieber ohne Infekt, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Oberbauchschmerzen können ebenfalls ein Zeichen sein.