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Tag gegen Lärm
04/27/2016

Pssst! So schädlich kann Lärm sein

Laute Geräusche können psychische und körperliche Probleme verursachen.

Ob laute Maschinen am Arbeitsplatz, Straßenverkehr vor dem Haus oder der Rasenmäher im Garten - laute Geräusche sind im Alltag vieler allgegenwärtig. Dabei sind sie nicht nur nervtötend, sondern können auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Jedes Jahr wird am 27. April, dem "Tag gegen Lärm", auf diese unsichtbare Gefahr hingewiesen.

Studien ergaben etwa, dass starker Schall die Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin steigert, Bluthochdruck und Herzinfarkte können die Folge sein. Auch Gehörschäden und psychische Erkrankungen zählen zu den möglichen Langzeitfolgen chronischer Lärmbelastung, erklärt Gerlind Schneider, Oberärztin an der HNO-Klinik vom Universitätsklinikum Jena in Deutschland.

Je lauter, desto schädlicher

"Lärm und Lärm ist nicht dasselbe", sagt die Expertin. "Man unterscheidet akuten Lärm, also Geräusche, die mit hoher Intensität kurz auf das Ohr einwirken und es schädigen können - etwa ein lauter Knall. Dann gibt es chronischen Lärm beispielsweise am Arbeitsplatz, dem ein Mensch auf lange Sicht ständig ausgesetzt ist und der zu Gehörschäden führen kann. Und es gibt den Umgebungslärm etwa durch Straßenverkehr, der nicht direkt zu Schäden am Ohr führt, aber für psychische Erkrankungen oder Herz-Kreislauf-Probleme mitverantwortlich gemacht wird."

Generell gilt: Je lauter das Geräusch, desto größer ist der Schaden. "Im Beruf wird ab 80 Dezibel von einem Lärmarbeitsplatz gesprochen. Das ist etwa so laut wie ein Staubsauger. Ab 85 Dezibel muss man Hörschutz tragen. Die Grenze ist niedrig angesetzt - man müsste dem Jahrzehnte ausgesetzt sein, damit ein Hörschaden entsteht. Im Straßenverkehr werden solche Pegel nicht erreicht. Er führt eher zu psychosomatischen Erkrankungen", sagt Schneider.

Lärmpegel und Risiken

Zwar ist Lärm nicht für jeden gleich belastend - jemand, der psychisch labil ist, reagiert viel sensibler auf laute Geräusche -, jedoch lässt sich allgemein sagen, dass schon 40 Dezibel für den Menschen belastend wirken können. Aber was bedeutet das? Hier eine kleine Geräusch-Orientierung:

  • 40 Dezibel (dB): stören bereits den Schlaf (zum Beispiel Flüstern)
  • 60 dB: stören die Konzentration; erste Belastungsreaktionen (Gespräch, leises Radio)
  • 80 dB: erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bei dauernder Belastung (Hauptverkehrsstraße)
  • 100 dB: Gehörschäden bei jahrelanger Dauerbelastung (Kreissäge, Presslufthammer)
  • 140 dB: mögliche Gehörschäden schon nach kurzer Zeit (Startgeräusch eines Flugzeugs in 40 Metern Entfernung, Trillerpfeife)
  • 160 dB: Gehörschäden schon bei einmaliger Einwirkung (Gewehrschuss in Mündungsnähe)

Österreichische "Noise Map"

Wollen Sie wissen, wie hoch die Lärmbelästigung in Ihrer Nähe ist? Die Plattform www.hoerberatung.at hat eine "Noise Map" erstellt, auf der abzulesen ist, wie laut unterschiedliche häufig frequentierte Orte und Transportmittel in Österreich sind. Die Lautstärken wurden dabei mit einem Lautstärkemesser zu verschiedenen Tageszeiten gemessen. Die interaktive Grafik sowie weitere Infos finden Sie hier.

Auch auf www.laerminfo.at gibt es detaillierte Informationen zum Thema sowie Lärmkarten, die die Lärmbelastung in Ihrem Wohnort darstellen.

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