Für die Olympia-Athleten wurden 100.000 Kondome zur Verfügung gestellt und auch verteilt. „Das sind für jeden Sportler zwei Präservative pro Tag“, kommentierte der russische Radiosender Echo Moskwy am Mittwoch. Das IOC rechne wohl „wie bei vergangenen Spielen mit einem regen Sexualleben im olympischen Dorf“. Die Aktion sei Teil einer Anti-Aids-Kampagne, sagte ein IOC-Sprecher. Bei den Spielen 2012 in London (150.000 Stück) und 2010 in Vancouver (250.000 Stück) seien ebenfalls Kondome verteilt worden.

© Reuters/JOSE MANUEL RIBEIRO

Sexualität
08/01/2016

Je hübscher die Frau, desto geringer die Lust auf Gummi

Irrationale Entscheidungen beeinflussen das Bewusstsein für sexuell übertragbare Krankheiten.

Kondome sind speziell rund um die Olympischen Spiele ein Riesenthema. 450.000 Gratis-Kondome stehen den Athleten, Trainern und anderem Olympia-Personal zur Verfügung. Die Gummis kommen aus bunten Automaten, mit der Aufschrift: „Feiern mit Kondom“. Die „camisinhas“ (Hemdchen), wie Kondome in Brasilien genannt werden, sind aber nicht bei allen willkommen. Das gilt nicht nur für Olympia, sondern auch in Europa, wo ungeschützter Sex nach wie vor oft und gerne praktiziert wird.

Die "No risk, no fun"-Typen

Doch unter welchen Umständen neigen Männer zum Gummi-Embargo? Eine von vielen Antworten darauf hat eine neue Studie: Je hübscher eine Frau ist, desto geringer ist das männliche Bedürfnis, sich mit einem Kondom zu schützen. Dafür mussten 51 heterosexuelle Männer einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie die Fotos von 20 Frauen auf einer Skala von 1 bis 100 bewerteten. Zu jedem Foto gab es eine weitere Skala – und zwar zum Thema: "Wie gerne hätten Sie mit der Frau Sex?" Nächste Frage: "Hätten Sie die Gelegenheit zum Sex, wie hoch wäre die Wahrscheinlichkeit, dass Sie zu einem Kondom greifen?" Die Forscher fragten die Männer außerdem, wie hoch sie bei den jeweils abgebildeten Frauen das Risiko einer sexuell übertragbaren Krankheit einschätzen würden. Darüberhinaus wurden die Probanden zu ihrer eigenen sexuellen Biografie befragt und wie attraktiv sie sich selbst einschätzen würden.

Die Ergebnisse waren klar: Je attraktiver eine Frau beurteilt wurde, desto seltener wurde der Wunsch nach einem Kondom damit verknüpft, sollte es zu Sex mit dieser Frau kommen. Frauen, die eher mit einer sexuell übertragbaren Krankheit in Verbindung gebracht wurden, wirkten auf die Männer nicht weniger attraktiv. Im Gegenteil, das Ergebnis war höchst ambivalent: Manche Männer fühlten sich mehr zu den Frauen hingezogen, die sie als gesund einschätzen. Bei anderen war es umgekehrt.

Schöner Mann, was nun?

Auch die Einschätzung der eigenen Attraktivität spielte eine Rolle: Je fescher sich ein Mann fühlte, desto weniger war er bereit, sich mit einem Kondom zu schützen. Die Studie zeigt sehr schön, dass das Sexualverhalten sehr irrational sein kann, wenn es darum geht, vernünftig zu sein - also sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Die Bereitschaft mit attraktiven Frauen ungeschützt Sex zu haben, obwohl sie als Risiko-Partnerinnen eingeschätzt wurden, ist ungebrochen. Das ist erstaunlich und zeigt, dass es in Sachen Aufklärung und Prävention keine einfachen Rezepte gibt, auch wenn die Studie eher klein war. Sie wurde übrigens im Journal BMJ Open http://bmjopen.bmj.com/veröffentlicht.

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