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Sperma aus dem Labor

Hoffnung für unfruchtbare Männer

Forscher haben im Mäuseversucht künstliches Sperma geschaffen und damit Nachwuchs gezeugt.

von Laila Docekal

02/27/2016, 04:19 PM

Eine kleine Sensation mit großem Hoffnungspotenzial für zeugungsunfähige Männer. Chinesischen Forschern ist es gelungen aus Stammzellen künstliches Sperma zu erzeugen und damit Nachkommen zu zeugen. Diese waren später fähig, auf natürlichem Wege selbst Nachkommen zu zeugen.

Es klingt wie in einem Scifi-Film: Das Team um Qi Zhou von der Chinesischen Akademi der Wissenschaften verwendete embryonale Stammzellen, um daraus Keimzellen zu produzieren. Diese sind noch so wenig entwickelt, dass aus ihnen jegliche Art von Zellen wie etwa Hautzellen, Blutzellen oder eben Eizellen und Spermien entwickelt werden können.

Die Produktion von Gewebe für diverse Organe wie das Herz oder die Nieren ist so schon möglich. Das auf diese Art künstlich erschaffene Sperma war bisher aber weniger erfolgreich - die damit gezeugten Tiere überlebten meist nicht lange.

Kein Schwanz

Den chinesischen Forschern dürfte es nun gelungen sein, Spermien ohne solche Gendefekte zu produzieren - also mit der richtigen Chromosomenzahl und einer korrekten Anordnung der DNA. Es handelt sich zwar um Spermatiden - sie besitzen keinen Schwanz (Geißel) und sind daher nicht beweglich. Doch per künstlicher Befruchtung haben sich bisher keine Nachteile gezeigt.

Im Labor wurden so 380 Mäuse-Eizellen mit dem künstlichen Sperma befruchtet. Etwa 320 davon entwickelten sich so, dass sie den Mäuseweibchen eingesetzt werden konnten. Zur Welt kamen schließlich nur neun Mäuse-Babys. In einer Vergleichsgruppe wurden die Eizellen mit natürlichem Mäuseperma befruchtet - dabei entstanden dreimal so viele Mäuse-Babys.

Die Forscher sind dennoch euphorisch. Denn die künstlich gezeugten Jungtiere überlebten die Studiendauer von 15 Monaten und waren selbst fähig auf natürlichem Wege Nachwuchs zu zeugen.

Bis die Methode reif für den Einsatz beim Menschen sein könnte, wird es aber noch eine Weile dauern. Neben vielen ethischen Bedenken birgt der Ansatz noch zu viele Fehler.

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