© EPA/JOSE MANUEL VIDAL

Spanien
04/29/2016

Sevilla: Arbeiter finden 600 kg römische Münzen

Die Bronze- und Silbermünzen waren in 19 Amphoren abgefüllt.

Bei Grabungsarbeiten ist in Südspanien ein antiker Münzschatz von mehr als einer halben Tonne aus der Zeit des Römischen Imperiums entdeckt worden.

Der Fund in der Kleinstadt Tomares bei Sevilla umfasst Tausende Bronze- und Silbermünzen, die in 19 Amphoren abgefüllt waren. Wie die Direktorin des Archäologischen Museums von Sevilla, Ana Navarro, mitteilte, stammen die Münzen aus dem 3. und 4. Jahrhundert. Ein Fund dieser Art sei in Spanien ohne Beispiel.

Die Münzen seien von unschätzbarem Wert. „Es geht bestimmt um eine Größenordnung von Millionen (Euros)“, sagte Navarro nach Medienberichten vom Freitag. „Der eigentliche Wert ist jedoch archäologischer Art, und der lässt sich nicht beziffern.“

Die Amphoren mit den Münzen wurden in einem Park entdeckt, als Arbeiter Grabungen zur Verlegung elektrischer Leitungen vornahmen. Zehn Amphoren wurden bei den Arbeiten zerbrochen, neun blieben intakt. Die Münzen mit einem Gewicht von insgesamt 600 Kilogramm seien in einem ausgezeichneten Zustand, weil sie nicht in Umlauf gebracht worden seien, teilte die Museumsdirektorin mit. Sie seien gleich nach der Prägung in die Amphoren abgefüllt worden.

Möglicherweise seien die Münzen für eine Einheit des römischen Heeres oder eine Behörde des Römischen Reichs bestimmt gewesen, sagte Navarro. „Aber das wissen wir nicht genau.“ Die meisten Münzen seien aus Bronze, aber einige trügen auch eine Silberschicht.

„Die Amphoren sind kleiner als die, die man in der damaligen Zeit für die Lagerung von Wein und Öl benutzte“, zitierte die Zeitung „El País“ die Direktorin. „Es ist aber erstaunlich, dass sie für den Transport von Münzen benutzt wurden.“ Die wirkliche Bedeutung des Fundes könne erst eingeschätzt werden, wenn die Münzen genauer untersucht worden seien. „Der Schatz ist aber mit Sicherheit eine von ganz wenigen Entdeckungen dieser Art aus den Zeiten des Imperiums.“

Von den 19 Amphoren sind noch nicht alle geöffnet. "Niemand weiß, was uns in den noch verschlossenen Amphoren erwartet", sagt Frau Navarro.

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