© Getty Images/Leonardo Patrizi/iStockphoto

Social Media
09/08/2016

So beeinflussen Facebook-Postings unser Erinnerungsvermögen

Eine neue Studie zeigt, wie sich das Teilen von Erlebnissen im Netz auf unser Gehirn auswirkt.

Ob ein Foto vor dem Eiffelturm in Paris oder vom Urlaub in den Bergen - Social-Media-Plattformen ermöglichen es, Erlebnisse online zu verewigen. Bleiben uns aber diese persönlichen Erfahrungen besser im Gedächtnis als solche, die wir nicht mit unseren Freunden in Facebook oder Instagram teilen? Geht es nach einer aktuellen Studie der Cornell University in New York, helfen uns Postings von Momenten unseres Lebens, diese später wieder einfacher abrufen zu können.

66 Studenten führten eine Woche lang täglich Tagebuch. In diesem hielten sie alle Ereignisse, abgesehen von Routinen wie Frühstück, fest. Für jedes Geschehen markierten die Studienteilnehmer, ob sie es in den sozialen Medien veröffentlichten. Außerdem vergaben sie pro Erlebnis bis zu fünf Punkte, die sich auf die für sie persönliche Bedeutung und emotionale Stärke des Events bezogen. Am Ende der Woche nahmen die Studenten an Überraschungstests teil, um zu erkennen, an wie viele Ereignisse aus dem Tagebuch sie sich tatsächlich noch erinnern können.

Bildung des eigenen Ichs

Das Ergebnis: Die Untersuchung zeigt, dass wir uns an Erlebnisse, die online gepostet werden, besser erinnern als an solche, die wir für uns behalten und nicht teilen. Die persönliche Bedeutung fällt aber laut den Forschern bei den Resultaten keineswegs ins Gewicht. Doch nicht nur die Erinnerung an Ereignisse, sondern auch die Entwicklung des eigenen Ichs spielt eine Rolle, wenn wir einen Post veröffentlichen, so Qi Wang, der Hauptautor der Studie. Holen wir nämlich einen Moment unseres Lebens wieder in unser Gedächtnis zurück, durchleben wir einen Prozess, der sich aus der Selbstbeurteilung des Events, dem Teilen mit Freunden und schlussendlich aus der Bildung des eigenen Ichs zusammensetzt.

Die Plattform Facebook zeigt seinen Usern beispielsweise bereits Fotos, die diese vor Jahren gepostet haben, an, um sie an Erfahrungen aus der Vergangenheit zu erinnern. So formen wir nicht nur selbst, sondern auch mediale Einflüsse unsere Erinnerungen. Die Studie soll nun ein erster Schritt zum besseren Verständnis des autobiographischen Ichs in der Ära des Internets sein.