Wissen und Gesundheit
18.09.2017

Sehr große und sehr kleine Tierarten eher gefährdet

Forscher haben die Größe von 27.000 Wirbeltierarten mit ihrem Bedrohungsstatus verglichen.

Zwischen der Größe einer Tierart und ihrem Bedrohungsstatus gibt es einen Zusammenhang: Besonders große und besonders kleine Tierarten haben einer Studie zufolge ein erhöhtes Risiko, auszusterben. Weniger gefährdet sind Arten mittlerer Größe.

Ein internationales Wissenschaftlerteam mit Beteiligung der Weltnaturschutzunion IUCN in Gland hat die Körpermaße von 27.000 Wirbeltierarten mit ihrem Bedrohungsstatus verglichen. Von den 27.000 Arten sind 4400 akut vom Aussterben bedroht - darunter besonders viele kleine und große Arten, wie die Forscher im Fachblatt PNAS berichten. Die Daten stammten von der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN.

Demnach gibt es auf der Größenskala der Tierarten offenbar eine Art „Idealfenster“, in dem die jeweiligen Arten weniger gefährdet sind. An den Enden der Skala jedoch sind die Tierarten einem höheren Risiko ausgesetzt, wie die Oregon State University, unter deren Leitung die Studie stand, am Montag mitteilte.

Gefährdet durch Jagd und Fischfang

Die meisten der größeren bedrohten Tierarten - ab einem Kilogramm Körpergewicht - seien durch Jagd und Fischfang gefährdet, schreiben die Forschenden im Fachartikel. Dabei gehe es um Fleischverzehr, den Gebrauch von Körperteilen als Medizin oder unabsichtliches Töten von Beifang.

Die besonders kleinen Arten mit einem Körpergewicht von unter 77 Gramm seien besonders durch Veränderungen ihres Lebensraums beeinträchtigt. Darunter fallen zum Beispiel der in Kolumbien vorkommende Blaubauchkolibri und die in Thailand und Myanmar verbreitete Schweinsnasenfledermaus. Insgesamt sei das Risiko für kleine Tierarten bisher wahrscheinlich arg unterschätzt worden, hieß es weiter.

„Den Zusammenhang zwischen Körpergröße und Aussterberisiko einer Tierart zu kennen, gibt uns ein Werkzeug an die Hand, das Risiko für Arten zu bestimmen, über die wir noch nicht viel wissen“, erklärte Studienleiter William Ripple von der Oregon State University in Corvallis gemäß der Mitteilung.

Dem Schutz großer bedrohter Säugetiere wie Wale, Elefanten, Nashörner und Löwen widmen sich bereits eigene Schutzprogramme. Aber es brauche auch mehr Anstrengung im Schutz von kleineren Arten und größeren Nicht-Säugetieren, fordern die Wissenschaftler.