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10/08/2012

Sechs Tipps für eine schlanke Kindheit

Gegen kindliches Übergewicht soll die Reduktion von Softdrinks als zentrale Maßnahme wirken.

von Ernst Mauritz

In New York ist die Aufregung groß: Die in Fast-Food-Restaurants üblichen XXL-Becher mit beinahe einem Liter Inhalt werden ab dem 12. März 2013 verboten. Das Verbot gilt für Imbissstände, (Fast-Food-)Restaurants und öffentliche Orte wie Kinos und Stadien. Erlaubt sind dann nur noch Becher mit einer Füllmenge von maximal 16 Unzen (0,47 l).

Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte dürfen auch weiterhin Softdrinks in großen Flaschen verkaufen. Getränke mit Süßstoff und Fruchtsäfte sind von der Regelung ausgenommen.

Bürgermeister Michael Bloomberg sieht in dem Verbot "einen großen Schritt", die Zahl der Übergewichtigen zu reduzieren. Die Industrie protestiert.

"Mit Zucker gesüßte Softdrinks gelten deshalb als bedeutenderer Faktor für Übergewicht als feste Nahrung, weil sie zu keinem Sättigungsgefühl führen", sagt Janne C. de Ruyter von der Universität Amsterdam. Andererseits neigen Kinder mit hohem Softdrink-Konsum auch zu einer höheren Aufnahme von Fastfood und längerem TV-Konsum.

De Ruyter publizierte im Fachblatt New England Journal of Medicine eine international Aufsehen erregende Studie: Eineinhalb Jahre lang erhielten 300 normalgewichtige Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren täglich einen Viertelliter zuckerhältige Limonade. Weitere 300 Kinder bekamen Limonade mit Süßstoff. Zentrales Ergebnis nach 18 Monaten: Die Kinder, die die zuckerhältigen Softdrinks konsumiert hatten, brachten im Schnitt ein Kilogramm mehr auf die Waage als die Kinder aus der Süßstoff-Limonaden-Gruppe. Dabei handelte es sich zu einem wesentlichen Teil um erhöhten Fettanteil.

Sechs Botschaften

Der Epidemiologe Prof. Wolfgang Ahrens, Uni Bremen, hat untersucht, welche Maßnahmen im Kampf gegen Übergewicht tatsächlich einen Effekt zeigen (Idefics-Studie). Dabei kam er auf sechs Kernbotschaften für Kinder:

1. Täglich Wasser. Softdrinks weniger als ein Mal täglich.

2. Fünf Mal täglich Obst und Gemüse.

3. Mindestens elf Stunden Schlaf bei Kindern bis sechs Jahre (Vorschulalter), mindestens zehn Stunden Schlaf bei Kindern bis zehn Jahre.

4. Weniger als eine Stunde täglicher TV-Konsum im Vorschulalter, weniger als zwei Stunden täglich im Schulalter.

5. An den meisten Tagen der Woche mindestens eine Stunde moderate bis intensive körperliche Aktivität.

6. Zumindest am Wochenende gemeinsame Familienmahlzeiten und gemeinsame Aktivitäten.

Bei den Botschaften drei bis sechs haben Ahrens und seine Mitarbeiter auch den genauen Prozentsatz ermittelt, um den sie das Risiko der Kinder für Übergewicht im späteren Leben senken: "Bereits das Erfüllen einer dieser vier Maßnahmen verringert das Risiko um die Hälfte. Zwei Maßnahmen senken es auf ein Drittel, drei auf 20 Prozent. Und Kinder aus Familien, in denen alle vier Botschaften umgesetzt werden, haben nur ein Zehntel des Übergewichtsrisikos von jenen Kindern, in deren Familien keine Einzige dieser Maßnahmen auch tatsächlich im Alltag gelebt wird."

Mehr zur KURIER-Aktion "Leser am Wort" erfahren Sie hier.

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