Wissen und Gesundheit
16.05.2017

Wenig Schlaf macht unbeliebt

Mit Ausgeschlafenen wollten Studienteilnehmer lieber Zeit verbringen als mit müden Menschen.

Unausgeschlafene Menschen fühlen sich meist nicht nur selber schlecht, auch ihre Umgebung wird dadurch beeinflusst: Eine Stude des schwedischen Karolinska-Instituts in Stockholm fanden heraus, dass andere mit Unausgeschlafenen lieber nichts zu tun haben wollen. Dahinter scheint ein unbewusster Mechanismus zum Selbstschtz stecken, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Open Science" der britischen Royal Society.

Probanden mussten Fotos bewerten

Zwei Nächte durften 25 gesunde Menschen jeweils acht Stunden schlafen, gefolgt von zwei Nächten mit jeweils nur vier Stunden. Zwischendurch wurden sie immer fotografiert. Danach legten die Forscher diese Bilder insgesamt 122 Testpersonen vor, die den Gesichtsausdruck der Probanden auf den Fotos beurteilen mussten. Sie sollten angeben, wie attraktiv, gesund und vertrauenswürdig sie die Fotografierten beurteilten.

Unausgeschlafene wirken unsympathisch

Die Auswertung zeigte, dass die Bewerter mit unausgeschlafenen deutlich weniger Zeit verbringen wollten - sie wirkten auf sie unsympathisch. Dazu wurden die müden Menschen deutlich weniger attraktiv und gesund eingeschätzt.

Ob sich Schlafmangel aber tatsächlich negativ auf die Mitmenschen hat oder eine Art Schutz der Unausgeschlafenen ist, muss allerdings erst untersucht werden, betonen die Forscher. Möglich wäre auch, dass übermüdete Menschen von sich aus weniger Wert auf Gesellschaft legen, weil sie sich lieber erholen wollen.