Wissen 05.12.2011

Schuljausen sind zu fett und zu süß

Auch in Österreich gibt es immer mehr dicke Kinder. Eine Gegenmaßnahme: Das Schulbuffet soll gesünder werden.

Ein Sackerl Chips und ein Energydrink. So sehen in Österreich viele Schuljausen aus.
Dass Kids zu fett und zu süß essen, hat fatale Folgen: Schüler sind häufig unkonzentriert, viele zu dick. Elf Prozent sind übergewichtig, acht Prozent sogar fettleibig. In Summe bringt ein Fünftel der 6- bis 15-Jährigen zu viel auf die Waage.

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) setzt jetzt auf Aufklärung - auch bei Betreibern der Schulbuffets. Das Ministerium hat eigens eine "Leitlinie Schulbuffet" herausgegeben. Das Ziel: Schulbuffets sowie Getränke- und Snackautomaten sollen zukünftig vermehrt gesündere Produkte anbieten. Denn die Hälfte der Schüler bekommt von zu Hause keine Jause mit. Etwa ein Drittel der Kids kommt ohne Frühstück in die Schule. Sie essen, was das Schulbuffet anbietet.

"Hauptproblem ist der Zucker. Kinder sollten maximal 10 Prozent des Energiebedarfs damit decken. Tatsächlich sind es 17 Prozent", erläutert Stöger. Vor allem Getränke sind zu süß: "Langfristig sollten in den Automaten acht von zehn Getränke weder Süßstoff noch Zucker enthalten."

Dass Traubenzucker vor Schularbeiten die Konzentration fördert, ist eine Legende. Der Blutzucker steigt damit schnell und sinkt auch wieder genauso schnell.

Fisch statt Fleisch

Obst statt Süßigkeiten sollten sich in der Schuljause finden.
© Bild: AP

Gemüse und Fisch liegt zu selten auf den Tellern der Kinder, während Fleisch zu häufig gegessen wird. Das ist dann meist zu fett und zu salzig. Leider trinken Schüler zu wenig. "Kinder brauchen mehr Flüssigkeit als Erwachsene", sagt Ernährungsexpertin Petra Rust, die das Projekt für das Ministerium umsetzt. Rund 2,5 Jahre soll dieses Projekt dauern. Experten werden vor Ort Buffet- Betreiber unterstützen, indem sie ihnen kostenlos Vorschläge für ein "gesünderes Angebot" machen.

Teil der Initiative wird es sein, die Schüler über gesunde Ernährung aufzuklären: "Wir wissen aus Studien, wie sehr das Wissen die Ernährung beeinflusst", sagt Rust.

Und wie sieht die ideale Jause aus? "Grundlage ist Schwarzbrot, belegt wird es mit Käse, manchmal ist auch Wurst erlaubt. Ein fettarmer Aufstrich ist ebenso in Ordnung. Obst oder Gemüse sollten in jeder Jausenbox sein. Milchprodukte sind für Heranwachsende sehr wichtig", sagt Walburga Weiß, die für das Projekt verantwortlich ist.

Kritik an dem neuen Projekt kommt von der Schülerunion: "Das könnte dazu führen, dass das Schulbuffet teurer wird." Und das Lebensministerium verweist auf eigene Initiativen wie die "Gesunde Schuljause". Auch die EU fördert gesunde Ernährung: Sie finanziert das "Schulfruchtprogramm", das es Schulen ermöglicht, Obst und Gemüse günstig anzubieten.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011