So schauen Frauen auf die Gesundheit des Mannes

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Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia Männer scheuen Arztbesuche - wenn Frauen sie nicht dazu animieren.

Männer scheuen Arztbesuche: Single-Männer nehmen deutlich seltener an Vorsorgeuntersuchungen teil als solche in einer fixen Partnerschaft, zeigt eine neue Studie. Bei Frauen wirkt sich der Beziehungsstatus hingegen deutlich geringer aus.

"Die Männer kommen erst, wenn sie von den Frauen geschickt werden." - Diese Erfahrung vieler Ärzte in Bezug auf Vorsorgemedizin bestätigt jetzt eine Studie aus Schottland. Männer, die alleine leben, führen dort deutlich seltener ein spezielles schottisches Vorsorgeprogramm gegen Darmkrebs durch. Das ist das Ergebnis einer  Studie der Universität Stirling, die auf einer Konferenz in Endinburgh präsentiert wurde.

In Schottland können Personen zwischen 50 und 74 Jahren alle zwei Jahre drei Stuhlproben an lokale Labormediziner schicken, um sie auf verstecktes Blut – ein möglicher Hinweis auf Darmkrebs – untersuchen zu lassen. Der Test ist kostenlos. Die Daten von 1000 Frauen und Männern wurden für die Untersuchung analysiert.

Von den Männern, die mit einer Partnerin zusammenlebten, hatten 79,5 Prozent den Test durchführen lassen. Bei den alleinstehenden Männern fiel die Teilnahmequote hingegen auf 57,6 Prozent.

Weniger Unterschied bei den Frauen

Anders waren die Prozentsätze bei den weiblichen Studienteilnehmern - hier waren die Unterschiede deutlich geringer. 77,8 Prozent der Frauen mit einem Partner hatten zumindest bereits einmal an dem Test teilgenommen. Aber auch bei den alleine lebenden Frauen waren es immer 73,3 Prozent.

Studienleiter David Bell: „Unsere Forschungen zeigen, dass Männer deutlich seltener das Angebot eines  kostenlosen Darmtests annehmen, wenn sie alleine leben.“ Deshalb müssten zukünftige Info-Kampagnen darauf abzielen, speziell alleinstehende Männer anzusprechen und auf die Bedeutung des Tests aufmerksam zu machen.

Auch mehrere Untersuchungen aus Österreich zeigten, dass Singles Vorsorgeangebote deutlich seltener in Anspruch nehmen als Männer in einer festen Beziehung.

Der Test auf okkultes ("verborgenes") Blut kann auch in Österreich durchgeführt werden, allerdings gibt es kein österreichweites organisiertes Screening-Programm. Blut im Stuhl kann von Polypen, aber auch von bösartigen Tumoren stammen. Dieser Test kann, wenn er regelmäßig durchgeführt wird, die Darmkrebs-Sterblichkeit bis zu einem Drittel senken. Allerdings gibt es keine hundertprozentige Treffsicherheit, da viele Tumore zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht bluten.

Auch Bewegung ist eine Darmvorsorge

Eine andere Studie zum Thema Vorsorge spricht vielleicht Männer mehr an: Bewegung kann die Darmflora verändern – ganz unabhängig von der Art der Ernährung oder anderen Faktoren: Zu dieser Erkenntnis kommen zwei US-amerikanische Studien, an denen Forscher der Universität von Illinois maßgeblich beteiligt waren.  In der ersten Untersuchung erhielten Mäuse, die zuvor in einer sterilen Umgebung aufgewachsen waren, Kotteilchen transplantiert: Einerseits von bewegungsarmen  und andererseits von sehr aktiven Mäusen. Die Mäuse mit der Darmflora ihrer aktiven Artgenossen hatten deutlich höhere Werte von kurzkettigen Fettsäuren in ihren Kotproben.

Diese haben einerseits einen Schutzeffekt vor Krebs, lindern Entzündungen  und wirken aktivierend. Außerdem regen sie die Bildung gesunder Darmzellen an. In einer zweiten Studie wurden schlanke und übergewichtige Menschen mit sitzendem Lebensstil einem Bewegungsprogramm unterzogen. Auch hier zeigte sich: Die  Konzentrationen der „guten“ kurzkettigen Fettsäuren stiegen an – übrigens bei den Schlanken stärker wie den Übergewichtigen (sie hatten auch mehr Bakterien, die diese Fettsäuren produzierten).  Sobald sie das Bewegungsprogramm einstellten, sanken die Fettsäurespiegel ab. 

(KURIER / em) Erstellt am
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