Wissen und Gesundheit
10.04.2017

Schlechte Nachricht für Pollenallergiker: Gräser blühen heuer früher

Die Birke war nur der Anfang - jetzt geht die Pollensaison erst so richtig los.

Allergien waren in den vergangenen Tagen auch für Nicht-Allergiker ein Thema. Schließlich war die Grünen-Chefin Eva Glawischnig wegen eines allergischen Schocks im Spital gelandet. Am Wochenende sprach sie über ihre Birken-Allergie, die heuer bei ihr offensichtlich sehr stark ausgefallen war. Die Birke treibt laut Pollenwarndienst der Medizinischen Universität weiter ihr Unwesen: Am vergangenen Wochenende hat es laut Pollenwarndienst der Medizinischen Universität Wien vor allem starke Belastungen durch Birke und Esche gegeben. Die nächste heikle Phase für Allergiker lässt nicht mehr lange auf sich warten und droht heuer sogar schon etwas früher: Die Blühphase der Gräser dürfte mit Ende April einsetzen.

Und nach der Birke?

Auch wenn der Belastungshöhepunkt in vielen Regionen schon überstanden sei, herrsche derzeit noch Hauptzeit der Birkenpollensaison, so die Experten. Die Belastung durch Eschenpollen, die in diesem Jahr generell intensiver sei, befinde sich auf mäßigem bis teils starkem Niveau. Daher müsse für die Eschenblüte bei Wetterbesserung ein Anstieg der Belastungen erwartet werden. Durch die beginnende Blüte der Platane warnte der Pollenwarndienst entlang von Platanenalleen - vornehmlich in urbanem Gebiet - vor Belastungen. Die Blüte von Hainbuche, Hopfenbuche, Eiche und Buche könnten durch Kreuzreaktion manchen Birkenpollenallergiker zusätzlich quälen. Der Pollenflug der Hainbuche sei allerdings deutlich weniger intensiv als letztes Jahr. Im Pollenspektrum befinden sich zudem Pollen von Eiben- und Zypressengewächsen, Walnuss, Pappel, Ulme, Weide, Rosengewächsen und Ahorn.

Einzelne Gräser blühen schon

Die Prognosedaten für die nächste Phase der Pollensaison - die Blühbereitschaft der Gräser - deuten laut Pollenwarndienst derzeit auf Ende April/Anfang Mai und damit einen früheren Beginn der Gräserpollensaison hin. Einzelne Gräserarten, wie das Wiesenfuchsschwanzgras und das Ruchgras, können bereits blühen. Sie sind die ersten Vorboten der Gräserblüte, finden sich auf natürlichen Wiesen und verursachen keine kontinuierliche, weit verbreitete Pollenbelastung.

Deshalb sind allergische Schocks so gefährlich

Grünen-Chefin Eva Glawischnig musste wegen eines anaphylaktischen Schocks alle Termine in den nächsten Tagen absagen. Eine derartige Überreaktion des Immunsystems ist die schwerste Ausformung eines allergischen Ereignisses und kann jeden betreffen. Die wichtigsten Fakten:

Welche Symptome können auftreten?

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen bis hin zur Atemnot oder Hautausschlag und das innerhalb von Minuten – mit all diesen Symptomen kann sich ein anaphylaktischer Schock äußern. Es handelt sich dabei um die schwerste Form einer allergischen Reaktion. Im schlimmsten Fall können die Beschwerden zu einem tödlichen Kreislaufversagen führen. Das Gefährliche ist, dass dem Betroffenen seine Allergie vorher meist nicht bekannt ist und plötzlich auftritt.

Ausgelöst werden die schweren Symptome durch eine Empfindlichkeitsreaktion des Körpers, die allerdings erst beim zweiten Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff stattfindet. Nachdem der Organismus bei einem Erstkontakt für das betreffende Allergen sensibilisiert worden ist, kommt es bei einem weiteren Kontakt zur Sofortreaktion und zur Freisetzung von Histamin.

Was löst einen anaphylaktischen Schock aus?

Auslöser für einen anaphylaktischen Schock können Medikamente (z. B. Antibiotika wie Penicillin) , Insektengift (Wespen, Bienen usw.), aber auch Nahrungsmittel wie Nüsse (besonders bei Erdnüssen kann es zu heftigen Reaktionen kommen), Eier, Schalentiere oder exotische Früchte sein.

Was ist im Notfall zu tun?

Medizinisch wird ein anaphylaktischer Schock als Notfall bewertet – man sollte daher sofort die Rettung rufen. Bei schwerwiegenden Schockzuständen muss Adrenalin eingesetzt werden, um eine Verengung der Blutgefäße, eine verbesserte Herz-Kreislauf-Funktion und ein Abschwellen der Schleimhäute zu erreichen. Um die allergische Reaktion einzudämmen, werden ein Antihistaminikum und Kortison verabreicht.

Kann man sich vor weiterem Auftreten schützen?

Wer schon einmal einen allergischen Schock erlitten hat, sollte sich auf Allergien testen lassen, damit der Kontakt mit dem Allergen naturgemäß gemieden werden kann. Auch wird die Mitführung eines sogenannten Notfallsets empfohlen, etwa bei einer Insektengiftallergie. Es enthält ein Antihistaminikum, ein Kortisonpräparat sowie einen Adrenalin-Autoinjektor, mit dem man sich sich selbst Adrenalin spritzen kann.