Wissen und Gesundheit
13.04.2017

Saturnmond: Energiequelle für Leben im All entdeckt

Hydrothermale Quellen auf dem Saturnmond Enceladus nähren die Hoffnung auf lebensfreundliche Bedingungen. Manch einer spekuliert sogar über außerirdisches Leben.

So viel war bereits bekannt: der Saturn-Mond Enceladus könnte ein heißer Kandidat für außerirdisches Leben sein. Jetzt hat die Sonde Cassini unter dem Eismantel von Enceladus einen Ozean entdeckt, in dessen Tiefe hydrothermale Quellen sprudeln könnten. Die gibt es auch auf der Erde – und hier liefern sie Energie für Leben. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Saturn-Mond Leben existiert, analysiert eine Forschergruppe um den Atmosphärenchemiker J. Hunter Waite vom Southwest Research Institute in San Antonio (US-Staat Texas) nahe.

Fontänen aus Dampf

Schon lange wird vermutet, dass unter der dicken Eisschicht des Monds Enceladus ein kilometertiefer, verborgenen Ozean liegt, der den gesamten Mond umspannt. Aus Spalten in Enceladus“ Eispanzer schießen regelmäßig hohe Fontänen aus Dampf und Eiskristallen.

Vor zwei Jahren durchquerte Cassini, die Sonde, die seit 2004 um Saturn kreist, eine jener Fontänen. Wie die Messdaten zeigten, enthält dieses Gemisch unter anderem molekularen Wasserstoff. Da Wasserstoff sehr reaktionsfreudig ist, müsse er im Inneren des Monds fortlaufend neu produziert werden, erläutern die Wissenschaftler. Die einzige plausible Quelle für das Gas ist eine hydrothermale Reaktion zwischen heißem Felsgestein und dem Wasser des Ozeans, schreiben Waite und seine Kollegen im Wissenschaftsjournal Science.

Aus den Daten haben die Forscher auch errechnet, dass das Wasser 1,4 Prozent Wasserstoff sowie 0,8 Prozent Kohlendioxid enthält. Beide Gase sind Grundstoffe für die so genannte Methanogenese, jenem Prozess, mit der Mikroben in den lichtlosen Tiefen der irdischen Meere Methan erzeugen. Die Reaktion dient ihnen als Energiequelle.

Leben?

Damit seinen alle Zutaten für die Lebensentstehung vorhanden – flüssiges Wasser und Wärme. Deshalb spekulieren manche Forscher, ob es nicht unter seinem Eispanzer ein Ökosystem geben könnte, das von Mikroben besiedelt ist, vielleicht aber auch von primitiven kleinen Tieren.
Solche Lebensgemeinschaften gibt es auch auf der Erde, nämlich im Umkreis der „Schwarzen Raucher“. Diese heißen Quellen sprudeln am Meeresgrund. Ihr Wasser enthält viele Mineralstoffe. Sie fallen beim Kontakt mit kaltem Wasser aus der Lösung aus und bilden dabei schwarze Fahnen, die an Rauch erinnern – daher der Name. Die Mineralien lagern sich am Boden ab und erzeugen Schicht für Schicht die für die Raucher charakteristischen Schlote.

Um sie herum leben Muscheln, Röhrenwürmer, verschiedene Arten von Krebsen und Fische. Am Anfang der Nahrungskette stehen aber die Mikroben. In der finsteren Tiefe beziehen sie ihre Lebensenergie nicht, wie Pflanzen, mittels Licht aus der Photosynthese. Vielmehr gewinnen sie aus im Wasser gelösten Schwefelverbindungen chemische Energie.

In ähnlicher Weise könnte auch auf Enceladus das Leben blühen – nur mit der Methanogenese als Energielieferant. Zeit zum Spekulieren.

Ozeane als lebensfreundliche Orte

Generell gelten unterirdische Ozeane, die es wahrscheinlich auch auf anderen Monden gibt, als aussichtsreiche Orte für die Suche nach außerirdischem Leben. Die NASA veröffentlichte jetzt neue Forschungsergebnisse zu den Ozeanen in und außerhalb unseres Sonnensystems.