Ängste wirken sich bei Jugendlichen anders aus

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Studien zeigen etwa, dass Depressionen jungen Menschen auf den Magen schlagen.

Dem einen ist etwas über die Leber gelaufen, dem anderen ist ein Vorfall an die Nieren gegangen – Redewendungen wie diese haben oft einen wahren Kern. Eine Schweizer Forschungsgruppe hat nun herausgefunden, dass sich der Zusammenhang zwischen körperlichen Erkrankungen und psychischen Störungen bei Kindern und Jugendlichen besonders auffällig zeigt.

Psychologen der Universität Basel und der Ruhr-Universität Bochum analysierten Daten von ca. 6500 US-Teenagern und warnen, dass sich eine Kopplung von körperlichen und psychischen Problemen auf die spätere Entwicklung der Jugendlichen auswirkt. So traten nach Depressionen häufig Arthritis und Erkrankungen des Verdauungssystems auf. Jugendliche, die unter Ängsten litten, hatten auffällig oft Probleme mit der Haut.

Die Psyche wirkt auch umgekehrt auf den Körper

Umgekehrt konnten psychische Probleme auch körperliche Erkrankungen auslösen. Jugendliche, die unter Angststörungen litten, hatten öfter Herzbeschwerden. Die Forscher konnten auch einen Zusammenhang zwischen epileptischen Erkrankungen und Essstörungen nachweisen, erklären die Forscher im renommierten Fachjournal Plos One.

Die Ergebnisse liefern wichtige Hinweise darauf, wie psychische und körperliche Probleme ursächlich miteinander zusammenhängen könnten. Marion Tegethoff, Erstautorin der Studie, erklärt am Beispiel des Zusammenhangs von Epilepsie und Essstörungen: "Ansätze der Epilepsiebehandlung könnten auch im Kontext von Essstörungen Potenzial haben."

Aus gesundheitspolitischer Perspektive sei es nötig, die Behandlung psychischer Störungen und körperlicher Erkrankungen bereits im Kindes- und Jugendalter eng miteinander zu verzahnen.

( kurier.at , lada ) Erstellt am 29.11.2016