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09/11/2012

Patientenanwältin nimmt Privatspitäler in die Pflicht

Künftig sollen mehr Privatversicherte in öffentlichen Spitälern behandelt werden. Sigrid Pilz geht es dabei primär um die Patientensicherheit.

von Martin Gantner

Wiens Patientenanwältin Sigrid Pilz warnte am Montag vor dem "trügerischen Bild", das Privatspitäler mitunter bei Patienten auslösen würden. "Ich begrüße den Vorstoß der Gesundheitsstadträtin (Sonja Wehsely, SPÖ, Anm.), wonach künftig mehr privatversicherte Patienten in öffentlichen Spitälern behandelt werden sollen", sagte Pilz.

Während Stadträtin Wehsely vor allem ein Interesse an dem Geld der Privatversicherungen haben dürfte, geht es Pilz vornehmlich um die Patientensicherheit. Sie schilderte am Montag Patientenschicksale, die sich in den vergangenen fünf Jahren in Wiener Privatkliniken ereignet hätten. Sie alle eint, dass es im Zuge der Behandlung zu Komplikationen gekommen sei – Komplikationen, die entweder teurer Nachbehandlungen in einem öffentlichen Spital bedurften oder die sogar tödlich endeten.

"Anders als in einem öffentlichen Spital, ist in einem Privatspital allein der Belegarzt für das Wohl seines Patienten zuständig", sagt Pilz. "Ist dieser Belegarzt nicht greifbar, wenn es zu Komplikationen kommt, ist es aufgrund der rechtlichen Zuständigkeit schwierig, eine medi­zinische Entscheidung im Haus zu treffen." Außerdem könnten die Häuser im Ernstfall, anders als in öffentlichen Spitälern, nicht auf Intensivstationen zurückgreifen.

Offensive

Cornelia Obermeier, Generalsekretärin des Verbands der Privatkrankenanstalten, weist die Vorwürfe von Pilz zurück: "In Notfällen werden auch Patienten aus Gemeindespitälern ins AKH trans­feriert. Natürlich sind auch Privatspitäler nicht in der Lage, alle Operationen durchzuführen." In Summe würden aber nur zwei von 100 Patienten in ein Zentral- oder Schwerpunktkrankenhaus überstellt. Dass allein der Belegarzt für das Wohl der Patienten haftbar sei, weist Obermeier ebenfalls zurück: "Im Rahmen der Organisationshaftung ist natürlich immer das Haus involviert." Zu der Forderung von Pilz, wonach auf den Webseiten der Privatspitäler verstärkt auf Haftungsfragen hingewiesen werden solle, zeigt sich Obermeier gesprächsbereit.

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