Wissen und Gesundheit
04.08.2017

Parkinson könnte mit Diabetes-Medikament gestoppt werden

Gehirnzellen sollen dadurch effizienter arbeiten, Abbau verzögert sich.

Zittern, Bewegungsprobleme und möglicherweise Gedächtnisprobleme – diese Symptome von Parkinson können derzeit durch Medikamente nur verlangsamt werden. Weltweit wird daher daran geforscht, bereits an der Ursache der Erkrankung – dem Absterben von Gehirnzellen – anzusetzen. Britischen Forschern könnte dies durch den Einsatz eines bisher zur Behandlung von Diabetes-Typ-II verwendeten Medikaments gelungen sein. In der ersten klinischen Studie dieser Art untersuchten die Wissenschaftler vom „University College London“ die Wirkung.

Fortschreitender Abbau

Bei der fortschreitenden Zerstörung von Gehirnzellen gehen auch jene Zellen verloren, die den Neurotransmitter Dopamin produzieren. Bisherige Therapien verfolgten vor allem den Ansatz, die Dopamin-Levels anzukurbeln. Doch das Absterben der Gehirnzellen kann damit nicht verhindert werden.

Bessere Gedächtniswerte

Für ihre kleine Studie mit 67 Patienten beobachteten die britischen Forscher über 60 Wochen lang die Wirkung des Diabetes-Medikaments "Exenatid" auf Parkinson-Patienten. Eine Vergleichsgruppe erhielt einen Placebo. Jene, die das Präparat erhalten hatten, zeigten nach Ende der Studie deutlich bessere Werte als die Vergleichsgruppe. Die Forscher bezeichnen die Ergebnisse ihrer Studie, die im renommierten Magazin " The Lancet" veröffentlicht wurde, als "ermutigend". Doch es bedürfe weiterer Studien, um diese positiven Ergebnisse auch für einen längeren Zeitraum zu überprüfen.

"Exenatid" hilft bei Diabetes-Patienten auf die Blutzucker-Werte zu regulieren, indem es auf einen speziellen Hormonsensor wirkt. Diese Sensoren kommen auch in Gehirnzellen vor. Man nimmt an, dass das Medikament sie unterstützt, effizienter zu arbeiten - und zu überleben. Das gebe Hoffnung, dass Medikamente wie "Exenatid" den Verlauf von Parkinson verlangsamen könne.