Wissen und Gesundheit
11.11.2017

Gastronomie: Oberster Sanitätsrat einstimmig für Rauchverbot

Die 31 Fachexperten des höchsten Beratungsgremiums des Gesundheitsministeriums fassten einstimmigen Beschluss: Das absolute Rauchverbot soll ohne Ausnahmen umgesetzt werden. Viele positive Effekte in anderen Ländern.

Das höchste Beratungsgremium in Österreich zum Thema Gesundheit - der Oberste Sanitätsrat (OSR) - hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das ab 1. Mai 2018 geplante absolute Rauchverbot in der Gastronomie beizubehalten. Einen entsprechenden Beschluss fasste der OSR am Samstag.

Der Oberste Sanitätsrat ist das höchste Beratungsgremium des Bundesministeriums für Gesundheit. Es setzt sich aus 31 Expertinnen und Experten der relevanten Gesundheitsberufe zusammen. Wörtlich heißt es in einer Aussendung: "Der Oberste Sanitätsrat empfiehlt angesichts der aktuellen öffentlichen Diskussionen und der Ergebnisse der neuen OECD Studie „health at a glance“, die aktuelle Beschlusslage zum NichtraucherInnenschutz beizubehalten und somit die rauchfreie Gastronomie gemäß des europäischen Trends mit 1.Mai 2018 in Kraft treten zu lassen. Darüber hinaus rät der Oberste Sanitätsrat, ebenfalls aus medizinischen Gründen, von Ausnahmen ab, etwa für Wasserpfeifen (Shishas) oder E-Zigaretten."

Die erwähnte OECD-Studie zeigte: Während im OECD-Durchschnitt 18 Prozent der Bevölkerung täglich zur Zigarette greifen, sind es in Österreich 24 Prozent.

Weniger Herzinfarkte und Frühgeburten

„Ein Drittel aller Krebserkrankungen ist auf Rauchen zurückzuführen. Verschiedenste Rauchverbote in anderen EU-Ländern haben nachweislich Herzinfarkte, Atemwegserkrankungen, Angina pectoris, Klinikeinweisungen wegen Herzproblemen sowie die Zahl der Frühgeburten und der zu kleinen Neugeborenen reduziert", sagt OSR-Präsidentin Univ.-Prof. Sylvia Schwarz. Sie ist Anästhesistin und Intensivmedizinerin. "Daher spricht sich der Oberste Sanitätsrat entschieden für eine Ausweitung des NichtraucherInnen-Schutzes aus und warnt eindringlich vor den Folgen einer Nivellierung.

Österreich sei außerdem mit dem Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs eine internationale Verpflichtung eingegangen, das NichtraucherInnen-Schutzniveau nicht herabzusenken, sondern zu steigern.

Auch die Fachgesellschaft der Lungenfachärzte hat sich bereits für eine Umsetzung des Rauchverbots wie geplant ausgesprochen.