Wissen und Gesundheit
04.03.2013

Nicht nur auf das Herz, auch auf die Niere achten

Die Auswirkung von hohem Blutdruck auf die Nieren wird oft zu wenig beachtet.

Patienten mit Bluthochdruck und Diabetes sollten regelmäßig ihre Nierenfunktion überprüfen lassen: „Die wird viel zu wenig beachtet.“ Das betonte Univ.-Prof. Alexander Rosenkranz von der Universitätsklinik für Innere Medizin (Klinische Abteilung für Nephrologie) der MedUni Graz bei der Apothekertagung in Saalfelden, Salzburg. Denn Patienten mit einer eingeschränkten Nierenfunktion haben ein besonders hohes Risiko für eine Herzgefäßerkrankung.

„Ein Hochdruckpatient sollte jedes Jahr einen Bluttest machen lassen“, sagt Rosenkranz. Mithilfe des Kreatininwertes wird die Filtrationsrate der Niere berechnet. Ist der Wert rückläufig und sinkt er unter eine Filtrationsrate von 60 Prozent, „muss man frühzeitig an vielen Schrauben drehen“, betont Rosenkranz: Reduktion von Blutdruck, Blutzucker und Übergewicht, Cholesterinsenkung, Behandlung einer eventuell bestehenden Anämie. „Das Wichtigste ista ber ein Zielblutdruck von unter 140/90 mmHg.“ Denn ein hoher Blutdruck schädigt nicht nur die Herz- oder Hirngefäße, sondern auch die Nierengefäße. Nur durch rechtzeitiges Gegensteuern kann eine Nierenfunktionsstörung verhindert werden. Möglicherweise könne auch eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe einen positiven Effekt haben: „Endgültig erwiesen ist das aber noch nicht.“

Eiweißausscheidung im Harn

Diabetiker sollten auch die Eiweißausscheidung im Harn überprüfen lassen: „Je höher die Eiweißausscheidung, umso höher das Risiko für Herzgefäßerkrankungen und ein Nierenversagen (Dialyse) und umso kürzer die Lebenserwartung.“ Wird hingegen die Eiweißausscheidung durch Medikamente und Lebensstiländerung reduziert, erhöht dies die Lebenserwartung.
Wer seinen Blutdruck um 10 bis 15 mmHg senkt, reduziert seine Gefahr für eine Herzgefäßerkrankung bereits um 30 Prozent, betont Rosenkranz - bei zumindest jedem zweiten Patienten senkt dies auch die Eiweißausscheidung deutlich.

Um diese Absenkung zu erreichen, ist für Hypertoniker auch eine salzarme Kost wichtig: „Wer unter 6 Gramm Kochsalz täglich bleibt, reduziert den Blutdruck um 4-5 mmHg – das entspricht schon einer Tablette.“ Wer seinen Nieren etwas Gutes tun will, sollte jeweils so viel trinken, dass er täglich eineinhalb bis zwei Liter Harn hat: „Mehr muss es nicht sein.“ Bei Büroarbeit geht am Tag zirka ein halber Liter Flüssigkeit durch die Atmung und leichtes Schwitzen verloren: In diesem Fall ist eine Flüssigkeitsaufnahme von rund zwei Litern ausreichend, bei körperlicher Anstrengung in der Hitze sind es drei bis vier Liter.

Die acht Goldenen Regeln zur Nierengesundheit

  • • Fit und aktiv bleiben
  • • Eine optimale Kontrolle des Blutzuckers
  • • Kontrolle und Monitoring des Blutdruckes
  • • Gesunde Ernährung und Körpergewicht unter Kontrolle behalten
  • • Aufrechterhaltung einer gesunden Flüssigkeitszufuhr
  • • Nicht rauchen!
  • • Vermeidung der regelmäßigen Einnahme von Schmerzpräparaten
  • • Überprüfung der Nierenfunktion, wenn mindestens einer der Hochrisikofaktoren (z.B. Bluthochdruck, Diabetes) vorhanden ist!