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02.03.2018

Länger leben mit fortgeschrittenem Prostatakrebs

Bei bestimmten Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs kann das Überleben um zwei mehr als Jahre verlängert werden.

Wachstumsbremse.Ein neues Präparat kann das Überleben von Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs um mehr als zwei Jahre verlängern – das ist das Ergebnis einer internationalen Studie unter der Beteiligung der MedUni Wien, die jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde.

Der Wirkstoff Apalutamide kann die Metastasierung verzögern, in dem er das durch das männliche Sexualhormon Testosteron angeregte Wachstum des Prostatatumors bremst.

"Apalutamide wird eingesetzt, wenn Prostatakarzinomzellen in anderen Teilen des Körpers zwar noch nicht entdeckt wurden, aber eine Hormontherapie bzw. eine chirurgische Behandlung nicht ausreicht, um die weitere Tumorentwicklung zu verhindern", sagt Michael Krainer von der Uni-Klinik für Innere Medizin I der MedUni Wien / AKH Wien. "Das nennen wir das Stadium des nicht-metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs."

Metastasenbildung verzögert

Die Studie mit insgesamt 1207 Männern in Nordamerika, Australien, Russland, Asien und Europa zeigte: Gegenüber Placebo konnte das Tumorwachstums- und Todesrisiko der Betroffenen im Studienzeitraum um 72 Prozent gesenkt und die Metastasenbildung um 24,3 Monate verzögert werden.

In der EU wurden 2015 bei 365.000 Männern Prostatakrebs, weltweit die zweithäufigste Krebsart unter Männern, diagnostiziert. Patienten mit hormon-resistentem Prostatakrebs benötigen zusätzliche Behandlungsoptionen. US-amerikanischen Schätzungen zufolge gelten innerhalb von fünf Jahren zehn bis 20 Prozent aller Prostatakarzinome als kastrationsresistent.

Seit dem Jahr 2002 begleiten Michael Krainer und sein Team an der MedUni Wien die Entwicklung eines breiten Spektrums an Prostatakrebstherapien, von Chemo- über Hormon- bis zur Immuntherapie. Anlässlich der Zulassung von Apalutamide betonte Krainer, man habe „einen neuen Meilenstein gesetzt“. In weiteren Projekten wird die Arbeitsgruppe zusätzlich Prostatakrebs mittels moderner molekular genetischer Verfahren klassifizieren, um den Betroffenen weitere Therapiemöglichkeiten anzubieten.