"Kann man echt Gewicht verlieren, wenn man seinen Bauch reibt?"
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© dapd/Sebastian Willnow

Reflux
05/08/2014

Neuer Stimulator stoppt Sodbrennen

Elektrostimulation könnte Sodbrennen oder saures Aufstoßen verhindern.

Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre. 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung leiden an dieser Erkrankung, die mit medikamentösen und chirurgischen Therapien bisher nur eingeschränkt erfolgreich behandelt wird. Jetzt gibt es mit einer Elektrostimulationsmethode für den Verschlussmuskel der Speiseröhre ein neues Verfahren.

Ein Team um den Kölner Chirurgen Ernst Eypasch hat die Methode gemeinsam mit anderen Zentren erstmals genau untersucht. Die Ergebnisse werden erstmals in der Mitte Mai erscheinenden Ausgabe der Fachzeitschrift European Surgery abgedruckt.

Das Prinzip der neuen Methode basiert auf Elektrostimulation durch Stärkung des unteren Ösophagusspinkters, der als Anti-Reflux-Ventil den Rückfluss fester, flüssiger oder gasförmiger Magensäureanteile in die Speiseröhre verhindert. Im Rahmen eines etwa einstündigen chirurgischen Eingriffs werden zwei Elektroden zur Elektrostimulation in den Ausgang der Speiseröhre eingebracht und via Kabel mit der Steuerungseinheit verbunden.

Diese wird unter die Haut im linken Oberbauch eingepflanzt und von einer Batterie in Zündholzschachtel-Größe mit Energie versorgt. Die Elektroden stimulieren das Anti-Reflux-Ventil und beseitigen damit Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen. Die meisten Patienten können auf Magensäure blockierende Präparate verzichten.

Der Vorteil der innovativen und schonenden Stimulationstechnik liegt darin, dass sie individuell entsprechend der Wirkung eingestellt werden kann. Die Patienten können nach der Operation sofort normal essen und trinken und am Tag danach das Krankenhaus verlassen. Anwendung fand die Methode bisher im Frühstadium von Reflux, bei kleinem Zwerchfellbruch, der ebenfalls korrigiert wurde. "Die ersten Ergebnisse an 60 Patienten sechs Monate bis zwei Jahre nach dem Eingriff lassen sich mit denen herkömmlicher Anti-Reflux-Operationen vergleichen", so Eypasch.

Dennoch heißt es Geduld haben: "Es ist sicher noch verfrüht, den wahren Stellenwert der Methode bei der Behandlung von Reflux zu beurteilen, dazu fehlen uns schlichtweg die Zahlen", erklärte Sebastian F. Schoppmann von der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien im AKH. "Deshalb sollte dieses Verfahren derzeit nur im Rahmen von akademischen klinischen Studien in eigens darauf spezialisierten und ausgerichteten Zentren angewendet werden." Zur Zeit bereitet man den Einsatz der Methode in Österreich vor.

"Ich hoffe, dass die wissenschaftliche Publikation dazu beitragen wird, die Einführung nicht nur in Deutschland und Österreich sondern auch international zu unterstützen", so der Wiener Chirurg und Herausgeber von "European Surgery", Martin Riegler.

Die konservative Therapie mit einem Magensäure-Blocker wirkt zwar anfangs gut, lässt aber im Lauf eines Jahres in mehr als 50 Prozent der Fälle nach. Die Folge: Die Beschwerden treten wieder auf. Neben der Therapie mit Medikamenten sind daher chirurgische Eingriffe zu überlegen. Sie ermöglichen die mechanische Reparatur des Anti-Reflux-Ventils. Dabei wird der Ausgang der Speiseröhre mit einem Teil des Magens oder einem Magnetband eingewickelt. Diese Operationen werden mittels Schlüsselloch-Chirurgie (Laparoskopie) durchgeführt, wobei erst nach fünf bis zehn Jahren eine überwiegende Patientenzufriedenheit von 80 bis 90 Prozent zu verzeichnen ist.

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