Wissen und Gesundheit
10.12.2014

Neue Droge: Experten warnen vor "Bonzai"

Die Substanz kann lebensgefährliche Zustände auslösen und wirkt stärker als Cannabis.

Eine neue psychoaktive Droge mit der Bezeichnung "Bonzai" sorgt für Aufsehen. Sieben Personen mussten nach dem Konsum der via Internet verkauften Substanz im Welser Spital behandelt werden, eine Person auf der Intensivstation. Das gab die Polizei am Dienstag bekannt. Sie hatten eine Pflanzenmischung, die als "Bonzai Citrus" und "Bonzai Winter Boost" vertrieben wird, als Joint konsumiert. Eine geringe Menge davon konnte sichergestellt werden.

"Bei diesen Räucher- und Kräutermischungen handelt es sich um Cannabis-Ersatzprodukte. Die Substanzen wirken aber viel stärker als Cannabis und haben ein breiteres Wirkspektrum", sagt der Toxikologe Rainer Schmid, Wissenschaftlicher Leiter der Drogenberatungsstelle Check it. Schon nach ein bis zwei Zügen an einem Joint werde man träge und gleichgültig. Bekannte Nebenwirkungen sind oft auch Übelkeit, Erbrechen, Hitze- und Kälteschübe, Angstzustände, Halluzinationen, Krämpfe sowie Herzrasen und Panikattacken. In Deutschland gab es bereits einzelne Todesfälle nach dem Konsum von Kräuter- und Räuchermischungen.

Keine Kontrolle

"Das Problem ist, dass wir nicht wissen, wie die Leute auf diese Mischungen reagieren. Sie werden meist in fernöstlichen Ländern hergestellt, ohne genaue Kontrolle – mal ist mehr der psychoaktiven Substanz enthalten, mal weniger", erklärt Experte Schmid.

Basis sind synthetische Cannabinoide, also dem Haschisch-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (kurz THC) verwandte Stoffe, die im Gehirn an dieselben Rezeptoren binden. Bekannt wurde dieser Wirkmechanismus durch die Modedroge "Spice", die vor wenigen Jahren auch nach Österreich gelangte. "Beginnend mit Spice kommen immer wieder noch potentere ähnliche Substanzen auf den Markt. Insgesamt sind rund 200 synthetische Cannabinoide, die in den 1990er Jahren für pharmazeutische Zwecke entwickelt wurden, bekannt", sagt Schmid. Sie werden auf ein meist harmloses Kraut aufgesprüht und in bunten Tütchen mit teilweise esoterischen Namen verkauft. Schmid: "Im Prinzip sind diese Mischungen so wie Cannabis in Österreich verboten, über das Internet aber relativ leicht erhältlich. Im Vergleich zu Cannabis ist ihre Wirkung wesentlich stärker und für den Konsumenten weniger abschätzbar."

Wenig bekannt

Die Abhängigkeit, die Konsumenten von Räucher- und Kräutermischungen entwickeln können, sei zwar mit Cannabis vergleichbar, allerdings wisse man sehr wenig darüber, Studien gäbe es kaum. "Wir wissen nicht, wie jemand individuell auf die Mischung reagiert oder welche Menge an synthetischen Cannabinoiden enthalten ist. Das kann sehr variabel sein", meint der Toxikologe. Er setzt sich für einen "vernünftigen Umgang mit Cannabis" ein. Schmid: "Legaler Cannabis-Konsum unter bestimmten Bedingungen könnte funktionieren und würde den Verkauf solcher durchaus gefährlicher Produkte reduzieren."

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