Wissen und Gesundheit
12.04.2017

NASA gibt Teile der Erde zur "Adoption" frei

Unser Planet braucht Menschen, die sich wie Eltern um ihn kümmern. Nasa-Aktion soll Umweltprobleme in den Fokus stellen.

Die NASA gibt die Erde quasi zur Adoption frei. Sie bietet Menschen die Möglichkeit an, ein eigenes Stück Erde zu adoptieren – indem sie unseren Planeten in 64.000 Segmente geteilt hat, um die man sich nun kümmern kann. Die virtuelle Aktion „Adopt the Planet“ ist eine spezielle Nasa-Initiative für den Earth Day 2017 am 22. April. Der „Earth Day“ is ein jährliches Ereignis, um die öffentliche Aufmerksamkeit auf Umweltthemen zu lenken.

Die Aktion der Nasa ist natürlich metaphorisch gemeint, dennoch braucht unser Planet dringend Menschen, die sich endlich um ihn sorgen. „Wir brauchen verantwortliche neue Eltern für die Erde“, heißt es. So könnten die Co2-Emissionen bald dazu führen, dass etwa das Great Barrier Riff in Australien in absehbarer Zeit nicht mehr existiert und dass sehr viele Tiere aussterben werden.

So geht's

Wer seinen Namen auf der "Adoptions"-Seite der NASA einträgt, bekommt einen von 64.000 Orten auf der Erde zur „virtuellen Pflege“ zugeteilt. Dafür erhält man ein Zertifikat und die Möglichkeit, nähere Fakten über den Ort zu erfahren – wie etwa Details zur Atmosphäre, Vegetation oder Temperatur. Außerdem kann man sich den Ort immer über Satellit ansehen. Laut Nasa ist jeder Ort zirka 88 Kilometer breit – Ziel der Organisation ist es, bis zum 22. April für jeden Ort „Adoptiveltern“ zu finden.

Fragen und Fakten zum Klimawandel

Eigentlich dürfte das, was derzeit in der US-Umweltpolitik passiert, keinen überraschen, hat Donald Trump doch den Bock zum Gärtner gemacht: Vor drei Wochen ernannte er Scott Pruitt zum Chef des Umweltamtes EPA. Der war schon vor Jahren als Chefankläger in Oklahoma einer der Wortführer im Kampf gegen Barack Obamas "Clean Power Plan". Für ihn war das Projekt für sauberere Kraftwerke ein "Krieg gegen die Kohle".

Nun führt Pruitt selbst Krieg – gegen Umweltschutzauflagen. Den Anfang machte er am Donnerstag, als er dem Sender NBC sagte: "Ich glaube nicht, dass Kohlendioxid einer der Hauptverursacher der Erderwärmung ist, die wir erleben. Die Einschätzungen über das Ausmaß des Einflusses gehen erheblich auseinander."

In der Tat gibt es rund ums Klima noch eine ganze Reihe offener Fragen. Doch Fakt ist: Mehr als 90 Prozent der Klimaforscher sind überzeugt, dass der Mensch den Klimawandel maßgeblich verursacht. Die Unsicherheiten beziehen sich nur auf Details. Man könnte das Klima mit einem Wassertopf auf dem Herd vergleichen: Während sicher voraussehbar ist, dass bei 100 Grad das Wasser zu kochen beginnt, ist kaum vorhersehbar, wann und wo wie viele Blasen aufsteigen werden. Regionale Klimaänderungen sind die Blasen – und unsicher.

Die Argumente der Klimaskeptiker – zumeist Laien – sind also meist Scheinargumente. Der KURIER hat daher die wichtigsten Fragen und Fakten zusammengetragen:

Wie kann der Mensch am Klimawandel schuld sein, ist er doch nur für 3 % des CO2-Ausstoßes verantwortlich?

Stimmt! Aber: Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Die 97 % CO2-Emissionen aus der Natur gehören zu einem geschlossenen Kreislauf: Menschen, Tiere und Pflanzen atmen Milliarden Tonnen CO2 aus. Dem gegenüber steht die Fotosynthese, mit deren Hilfe Kohlendioxid abgebaut wird. Der biologische Kohlenstoffkreislauf ist geschlossen. Klimaforscher wissen: Die CO2-Konzentration der Atmosphäre war jahrtausendelang konstant und steigt erst, seit wir dem System Riesenmengen zusätzlichen Kohlenstoff aus fossilen Lagerstätten zuführen.

Werden Kohlendioxid und andere Treibhausgase in der Atmosphäre tatsächlich mehr?

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Gehalt von Kohlendioxid in der Atmosphäre von etwa 280 ppm auf 395 ppm (parts per million, Teilchen pro Million Luftmoleküle) gestiegen. Allein seit 1958, als systematische Messungen begannen, sind es 24 % plus. So hoch wie heute lag die CO2-Konzentration niemals in den zurückliegenden 800.000 Jahren. Der Anstieg geht auf die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl zurück – das lässt sich mittels Isotopenanalyse nachweisen.

In der Erdgeschichte gab es schon immer Schwankungen zwischen warmen und kalten Zeiten. Warum sollte uns das beunruhigen?

Stimmt, Eis- folgten auf Warmzeiten und umgekehrt – ohne menschliches Zutun. Aber: Dass Grönland im Mittelalter grüner und wärmer war als heute, sagt wenig über den gegenwärtigen weltweiten Klimawandel. Der läuft zehnmal schneller ab als jeder andere zuvor. So hat es 5000 Jahre gedauert, aus der letzten Eiszeit herauszukommen: Pro 1000 Jahre erwärmte sich das globale Klima um etwa ein Grad. Heute findet der gleiche Temperaturanstieg in 100 Jahren statt. Klimaforscher sind sicher, dass es ausgeschlossen ist, dass natürliche Prozesse einen so schnellen globalen Wandel bewirken.

Können nicht ganz andere Dinge schuld sein?

CO2 ist die Hauptursache des gegenwärtigen Klimawandels, auch wenn das bei anderen Klimawandeln in der Erdgeschichte anders gewesen sein mag. Die Sonne ist zwar ebenfalls ein Klimafaktor. Aber ihr Einfluss auf das Klima ist seit Jahrzehnten kleiner als der des Menschen. Auch die CO2-Emissionen von Vulkanen betragen nur etwa ein Hundertstel der menschengemachten, zum Klimawandel tragen sie nicht bei.

Warum sind die Prognosen so ungenau?

Konkretere Prognosen lassen sich nicht treffen, das wäre unseriös. Die genannte Spanne – dass sich die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts um 1,1 bis 6,4 Grad. erwärmen wird – stellt keine Unsicherheit dar. Sie entsteht, weil Klimaforscher eine ganze Reihe von Szenarien durchrechnen, nach dem Prinzip: "Wenn wir soundso viel CO2 ausstoßen, dann wird es soundso warm."