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"Hirnfresser"-Amöbe
07/06/2015

Ein Parasit, der das Gehirn auffrisst

In den USA diagnostizierten Ärzte einen weiteren Todesfall durch eine hirnfressende Amöbe.

von Elisabeth Gerstendorfer

Der Parasit Naegleria fowleri sorgt derzeit für Furore: Er gelangt über die Nase entlang des Riechnervs ins Gehirn und beginnt dort zu fressen. Was klingt wie in einem Horrorfilm, ist real. Die tödliche Amöbe gibt es wirklich. In den USA ist sie aktuell für den Tod einer 21-Jährigen verantwortlich, wie CBS News und andere Medien berichten.

Die junge Amerikanerin klagte anfangs über Übelkeit und Kopfschmerzen, ließ sich im Spital untersuchen. Ärzte diagnostizierten eine Meningitis. In einem anderen Krankenhaus, in das sie verlegt wurde, verstarb die Frau. Anschließende Untersuchungen zeigten, dass die Ursache der tödlichen Hirnhautentzündung der Parasit Naegleria fowleri ist.

Warmes Wasser

Der Einzeller frisst Hirnzellen und löst die sogenannte primäre Amöben-Meningoenzephalitis aus. Der Parasit kommt weltweit in warmem Süßwasser vor. “Die optimale Wachstumstemperatur der Amöbe entspricht der Körpertemperatur mit etwa 37 Grad. Das betrifft vor allem künstlich erwärmte Gewässer, also Schwimmbäder wie Thermen und Spas”, erklärt Julia Walochnik, Leiterin der Molekularen Parasitologie an der MedUni Wien.

Über den Nasen-Rachen-Raum gelangt der Erreger in den Körper. Menschen infizieren sich beim Schwimmen in warmen Gewässern. Erstmals sorgte ein Fall in den 1960er Jahren für Aufsehen. „Damals sind 16 Kinder in Tschechien gestorben. So hat man den Erreger überhaupt entdeckt“, sagt Walochnik. Auch in Italien gab es 2003 einen Fall. In Österreich wurde der Parasit noch nicht nachgewiesen. “Das bedeutet nicht, dass er nicht vorkommt, aber der Ansteckungsweg ist sicher nicht so gegeben”, betont die Expertin.

Symptome

Typische Symptome nach einer Infektion sind Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Nackensteifheit. Später kommt es zu einer Hirnhautenzündung, die zu Koma und Tod innerhalb weniger Tage führt. Nur wenige Fälle sind bekannt, bei denen eine frühe Behandlung Erfolge zeigte.

Walochnik: „Erkennt man die Infektion frühzeitig, kann man sie behandeln. Allerdings verläuft die Erkrankung sehr schnell, vor allem Kinder sterben meist.“ Vorbeugend hilft die Desinfektion von Schwimmbädern, sowie das Meiden von erwärmten, flachen Gewässern und Abwässern. Im aktuellen Fall ist nicht bekannt, wie sich die junge Frau infizierte. Walochnik empfiehlt, in warmen Gewässern keinesfalls mit dem Gesicht unter Wasser zu tauchen oder über die Nase Wasser hochzuziehen. Da dies vor allem Kinder gerne tun, sind sie häufiger von einer Infektion betroffen als Erwachsene.

Ist der Parasit erst einmal im Körper, sucht er sich zielstrebig seinen Weg zum Gehirn, wo die durch ihn hervorgerufene lebensbedrohliche Entzündungsreaktion zum Zelltod führen kann. Laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde infizierten sich in den vergangenen 53 Jahren 133 Menschen – nur drei davon überlebten. In Österreich und Deutschland sind bisher keine Fälle bekannt. Walochnik: „Die Amöben kommen sicherlich auch in Österreich vor, aber nicht in hohen Dichten. Künstlich erwärmte Gewässer sind gechlort – wenn sie gut gewartet sind, ist die Amöbe kein Problem.“

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