Nach Schädel-Hirn-Trauma: Wenn das Leben neu beginnt
Schlucken, Sprechen, Gehen – was bei gesunden Menschen wie selbstverständlich abläuft, braucht bei Christian Nekowitsch viel Konzentration. Eine Unterhaltung mit Freunden ist für den 30-Jährigen zwar schön, aber auch sehr anstrengend. „Vieles wie zum Beispiel das Gehen funktioniert noch nicht automatisch. Ich muss mich konzentrieren und sehr viel trainieren, damit ich besser werde“, erzählt der lebensfrohe Kärntner.
Dass Michael Schumacher nach seinem schweren Skiunfall jetzt zur weiteren Rehabilitation nach Hause entlassen wurde, weckt auch Erinnerungen an Christians eigene Geschichte. Vier Jahre ist es her, seit er während eines Aufenthalts in Südafrika am Tafelberg in Kapstadt einen Unfall erlitt. Beim Wandern mit Freunden stürzte er am 20. Juni 2010 etwa 50 Meter in die Tiefe. Dabei zog er sich mehrere Frakturen unter anderem am Kopf, an der Lendenwirbelsäule und den Rippen zu. Die gefährlichste Verletzung war aber ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Sechs Monate lag er im Koma. Nach vier Wochen in einer Privatklinik in Südafrika konnte er nach Klagenfurt ausgeflogen werden. Von dort ging es später in die Gailtalklinik nach Hermagor.
Ausgelöscht
Unermüdlich
Noch ist Christian auf Unterstützung von seiner Familie und Therapeuten angewiesen. In der Gärtnerei seiner Eltern hilft er manchmal mit - „so gut es geht“, wie er selbst sagt - etwa beim Umtopfen von Pflanzen oder beim Aufräumen. In ein bis zwei Jahren würde er gerne selbständig leben und wieder so mobil sein, dass er Freunde alleine besuchen und etwas mit ihnen unternehmen kann. Christian: „Am Anfang haben die Ärzte in Südafrika gedacht, dass ich nicht überleben werde. Heute bin ich sehr froh über den Zustand, in dem ich jetzt bin.“
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