Wissen und Gesundheit
06/19/2016

Funktioniert Wundheilung durch Maden?

Manche Ärzte setzen auf eine Therapie mit lebenden Fliegenlarven.

Schlecht heilende Wunden mit sich windenden, schleimigen Maden zu behandeln zählt nicht unbedingt zu den appetitlichsten Vorstellungen der modernen Heilkunst. Dennoch haben sich einzelne Ärzte offenbar darauf spezialisiert. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Maden sollen die Wunde reinigen

Für eine Madentherapie verwenden sie lebende Larven der metallisch-grün schimmernden Goldfliege oder verwandter Fliegengattungen. Dabei wurden die Fliegenlarven entweder direkt oder eingeschlossen in einen Gaze-Beutel auf die Wunde gelegt und drei bis vier Tage so belassen. Diese sollen die Wunde reinigen und so die Wundheilung beschleunigen.

Studien zufolge scheint die Methode tatsächlich erfolgreich zu sein, wenn es darum geht, abgestorbenes Gewebe möglichst gut zu entfernen. Auch wenn eine gründliche Säuberung der Wunde wichtig für den Heilungsprozess ist – einen Hinweis darauf, dass Wunden nach der Madenbehandlung schneller heilen als mit herkömmlicher Behandlung gibt es nicht.

Möglicherweise antibakterielle Eigenschaften

Doch wie funktioniert das überhaupt? Die Fliegenlarven sondern ein enzymreiches Sekret ab, mit dem sie abgestorbenes Gewebe verflüssigen. Dies dient ihnen als Nahrung, gesundes Gewebe hingegen lassen sie weitgehend intakt. Laborexperimente lassen sogar darauf schließen, dass die Maden auch antibakterielle Eigenschaften haben könnten. Ein großer Nachteil der Madentherapie ist, dass sie deutlich schmerzhafter ist als eine herkömmliche Wundbehandlung.

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