"Hilft Cannabis gegen Krebs?"

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Foto: /AGEphotography/iStockphoto   

Gerüchten zufolge sollen Tumore sogar geheilt werden können.

Seit vielen Jahrhunderten nutzen Menschen Cannabis. Das Rauchen von getrockneten Teilen dieser Hanfgewächse oder von Cannabis-Harzen wirkt berauschend. Doch nicht nur als Droge hat Cannabis eine lange Geschichte. „Gras˝ wird traditionell auch als Medikament gegen verschiedene Krankheiten eingesetzt. Cannabis-Moleküle sind medizinisch interessant, weil sie verschiedene Abläufe im Körper beeinflussen können, beispielsweise im Immun- und Nervensystem.

Mittlerweile sind Pflanzen der Gattung Cannabis als Arzneimittel zugelassen, etwa in den USA und in den Niederlanden. Es gibt auch einige Medikamente, für die einzelne Cannabis-Wirkstoffe künstlich nachgebildet worden sind. Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Nutzen bei chronischen Schmerzen gut belegt

Gut belegt ist ein gewisser Nutzen für Patienten mit chronischen Schmerzen. Dies berichteten beispielsweise die Autoren einer 2015 veröffentlichten Übersichtsarbeit samt Meta-Analyse. Cannabis-Tabletten oder -Mundsprays werden auch gegen Muskelbeschwerden bei Multipler Sklerose, sowie gegen Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei HIV/Aids eingesetzt. Bei Krebspatienten können Hanf-Wirkstoffe einige Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern: sie helfen mitunter gegen die dadurch ausgelöste Übelkeit samt Erbrechen, wenn andere Medikamente nicht anschlagen.

Für Anti-Krebs-Wirkung keine verlässlichen Studien

Gerüchten zufolge soll Cannabis sogar die Heilung von Krebs bewirken können. Das wird zumindest in einigen Internetforen oder in Social-Media-Gruppen nahe gelegt – begleitet von emotionalen Fallberichten. Für diese überaus kühne Behauptung gibt es jedoch keinerlei Belege. Es gibt keine verlässlichen Studien mit menschlichen Probanden über die Anti-Krebs-Wirkung von künstlichen oder natürlichen Cannabis-Substanzen.

Insgesamt ist der Nutzen von Cannabis-Therapien aber erst wenig erforscht. Aufschluss werden möglicherweise zukünftige Studien liefern.

(Kurier / iteu) Erstellt am
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