© Reinhard Vogel

Medikamente
05/24/2013

Manche Blutfettsenker erhöhen Diabetesrisiko

Ihr Nutzen überwiegt diese Gefahr aber nach wie vor deutlich, sagen Mediziner. Manche Präparate reduzieren auch die Gefahr.

Hoch wirksame Statine - Medikamente zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte - könnten das Risiko, Typ-2-Diabetes zu bekommen, erhöhen: Das geht aus einer kanadischen Studie hervor, die jetzt im British Medical Journal publiziert wurde. Allerdings betonen in einem begleitenden Kommentar finnische Wissenschafter, dass der Gesamtnutzen dieser Medikamente ein mögliches Diabetes-Risiko nach wie vor klar übersteigt. Statine zählen zu den am meisten verschriebenen Medikamenten zur Verhinderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die kanadischen Forscher analysierten die Daten von 1,5 Millionen Einwohnern von Ontario. Alle waren 66 Jahre und älter (Durchschnittsalter: 73), ihre Statin-Threapie begann zwischen 1997 und 2010. Als Vergleichsgruppe dienten Patienten mit dem Statin Pravastatin, das in früheren Studien zu keinem erhöhten bzw. sogar zu einem niedrigeren Diabetes-Risiko geführt hatte.

Im Vergleich dazu hatten Patienten mit dem Statin Atorvastatin ein um 22 Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, mit Rosuvastatin ein um 18 Prozent und mit Simvastatin ein um zehn Prozent erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes. Im Gegensatz dazu hatten Patienten mit Fluvastatin sogar ein um fünf Prozent, mit Lovastatin ein um ein Prozent niedrigeres Risiko. Die Ursachen für das erhöhte Diabetes-Risiko sind nicht ganz klar, möglicherweise haben manche Statine einen Einfluss auf eine reduzierte Bildung und Freisetzung von Insulin.

Doch absolut gesehen bleibt die Gefahr zusätzlicher Diabetes-Erkrankungen gering: So müssten zwischen 162 und 407 Patienten mit verschiedenen Statinen behandelt werden, damit ein zusätzlicher Fall von Typ-2-Diabetes auftritt.

Gezielt verschreiben

Als Konsequenz aus dieser Studie raten Prof. Risto Huupponen und Prof. Jorma Viikari von der finnischen Universität Turku, die potentesten, wirksamsten Statine bevorzugt Patienten zu verschreiben, die auf weniger stark wirksame Präparate mit einem geringeren Diabetes-Risiko nicht mehr ansprechen, aber gleichzeitig bereits ein sehr hohes Risiko haben, Herzgefäßerkrankungen zu entwickeln.

Nicht ausgeschlossen wird auch, dass auch andere Risikofaktoren - Übergewicht, genetische Parameter, ethnische Herkunft - einen Anteil an dem erhöhten Diabetes-Risiko haben.

Auf keinen Fall sollten Patienten jetzt eigenmächtig ihre Statine absetzen, betonen Experten: "Wer besorgt ist, soll seine Bedenken mit seinem Arzt besprechen", sagte etwa Maureen Talbot von der British Heart Foundation.

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