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Tropenkrankheit
04/23/2014

Malaria: Rasche Behandlung entscheidend

Viele würden die Prophylaxe-Medikamente nur in der Tasche mitführen, dann ist es jedoch zu spät.

von Elisabeth Gerstendorfer, Laila Daneshmandi

Mit seinem Projekt in Liberia ist Filmemacher Michael Glawogger in "die Höhle des Löwen" gefahren, sagt der Tropenmediziner Univ.-Prof. Herwig Kollaritsch zum Tod von Glawogger an Malaria. Insgesamt sei die Zahl der Malaria-Toten dank großzügiger Stiftungen, die Forschungsarbeit an neuen Medikamenten vorantreiben, weltweit zurückgegangen.

Doch die in Liberia vorherrschende Malaria Tropica sei nach wie vor extrem gefährlich, betont Kollaritsch. "Vor allem wir Europäer haben schlechte Karten, wenn eine Infektion nicht rechtzeitig behandelt wird." Viele würden die Prophylaxe-Medikamente nur in der Tasche mitführen, "doch dort bringen sie nichts".

Kollaritsch zufolge hätte Glawogger sehr einfach gerettet werden können. "Heute muss niemand an Malaria sterben – der Zeitfaktor ist entscheidend." Die Behandlung müsse innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Ausbruch erfolgen. Viele würden das Fieber unterschätzen und es verschleppen. "Doch die Malaria Tropica befällt die roten Blutkörperchen und vernichtet sie. Ohne den Sauerstofftransport funktionieren unsere Organe nicht."

Weltweit treten jährlich rund 300 bis 500 Millionen Fälle klinischer Malaria auf, die Mehrheit davon im tropischen Afrika. Die meisten Opfer fordert die Krankheit in Afrika und hier insbesondere unter Kindern.

Zunehmende Resistenzen

Großes Problem in der Bekämpfung der Malaria sind zunehmende Resistenzen der Erreger. Die überwiegende Mehrzahl der heutigen Malaria-Therapien basiert auf dem Wirkstoff Artemisinin, einem Pflanzenstoff, der in den Blüten und Blättern des Einjährigen Beifußes vorkommt. Immer mehr Malaria-Parasiten sind aber immun gegen Artemisinin. Forscher der VetMed, der MedUni Wien sowie der Universität in Burkina Faso sind nun neuen Malaria-Medikamenten auf der Spur. Sie untersuchen rund 50 Pflanzen und Kräuter, die in der traditionellen afrikanischen Medizin bei Malaria eingesetzt werden, auf ihre Wirksamkeit und ihr mögliches Potenzial als Malaria-Medikament. Harald Nödl, Malaria-Experte der MedUni Wien: "Es ist bei einigen dieser Kräuter bekannt, dass sie die Symptome der Malaria bekämpfen nicht aber, ob sie den Malaria-Parasiten wirkungsvoll bekämpfen können."

Die Pflanzen und Kräuter werden an im Labor gezüchteten Malaria-Parasiten getestet. Es sei zu erwarten, dass nur eine Handvoll der untersuchten Pflanzen für eine sinnvolle, kommerzielle Verwendung in der Malaria-Therapie geeignet ist.

Dies werde jedoch notwendig sein, spätestens in fünf Jahren werde es Medikamente brauchen, die auf einem anderen Wirkstoff als Artemisinin basieren, betonen die Forscher: "Die Resistenz der Parasiten gegen Artemisinin breitet sich in Südostasien zusehends aus und einiges spricht dafür, dass sie auch Südamerika schon erreicht hat, auch in Afrika könnte es in wenigen Jahren soweit sein." Dann kann der übliche Wirkstoff gegen die Malaria-Parasiten nichts mehr ausrichten.

Malaria: Verbreitung und Gefahrengebiete

Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention herrscht in den rot markierten Regionen Ansteckungsgefahr mit dem Malaria-Virus. Für diese Länder wird eine Malaria-Prophylaxe empfohlen.

Angaben ohne Gewähr.

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