Wissen und Gesundheit
05.02.2018

Magnetresonanz kann unklare Mammografie-Befunde klären

  © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Das bildgebende Verfahren ist eine gute Alternative zu einer Biopsie.

Eine retrospektive Studie an 302 Frauen mit unklaren Mammografie-Befunden nach Untersuchungen zwischen März 2013 und Dezember 2014 von Grazer und Wiener Radiologen hat ergeben, dass man mit einer zusätzlichen Magnetresonanzuntersuchung ( MRT) zu einer genauen Beurteilung kommen kann. Die Ergebnisse wurden jetzt in Plos One publiziert.

Eindeutiger

"Die MRT zeigt eindeutig, ob der Befund gutartig oder bösartig ist", wurde Erstautor Claudio Spick von der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin der MedUni Wien im AKH am Montag in einer Aussendung zitiert. Laut Plos One hatte es sich um Frauen im Durchschnittsalter von 50 Jahren gehandelt, bei denen unklare Mammografie-Befunde (BI-RADS 0) vorlagen. Es erfolgte dann eine Untersuchung mit einem 3-Tesla-starken Magnetresonanzgerät. Dabei zeigte sich, dass das bildgebende Verfahren eine gute Alternative zu einer Biopsie ist, die natürlich einen invasiven Eingriff darstellt. Bei den Probandinnen waren auch Gewebeentnahmen vorgenommen worden oder man hatte sie mehr als zwei Jahre unter häufigen Kontrollen beobachtet.

Kostenlos

Bei 16 oder 5,3 Prozent der Untersuchten wurden zusätzlich mit der MRT-Methode in der vorangegangenen Mammografie nicht aufgefallene bösartige Veränderungen im Gewebe entdeckt. In Österreich kann die zusätzliche MR-Untersuchung bei unklaren Mammografie-Befunden nach Früherkennungsuntersuchungen kostenlos zusätzlich angeboten werden. International wird die Magnetresonanztomografie sonst fast ausschließlich im Rahmen von Brustkrebsscreening-Programmen zur Früherkennung bei Hochrisiko-Patientinnen eingesetzt (etwa bei Vorliegen von familiär gehäuftem Brustkrebs). Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit einem privaten Radiologie-Zentrum in Graz durchgeführt.