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Reproduktionsmedizin
03/08/2014

"Künstliche Prozesse, keine künstlichen Menschen"

Der Medizinethiker Giovanni Maio übt heftige Kritik an der Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff, die künstlich gezeugte Kinder als "Halbwesen" bezeichnet hatte.

Für ihre Aussagen musste die Büchnerpreisträgerin Sibylle Lewitscharoff bereits viel Kritik einstecken, inzwischen ist sie auch offiziell zurückgerudert ist. Dennoch geht der Freiburger Arzt und Medizinethiker Giovanni Maio in einem Interview mit der Deutschen Presseagentur mit der Literatin hart ins Gericht.

"Die Aussagen sind alle abwegig. Man kann natürlich Kritik am Machbarkeitsdenken der Reproduktionsmedizin üben", so Maio. "Im Grunde argumentiert sie aber nicht, das ist das Problem. Sie bringt ein diffuses Unwohlsein zum Ausdruck, kann dieses aber weder richtig formulieren noch richtig begründen. Das halte ich für irrational."

Aus der Sicht eines Naturwissenschafters, der an der Universität in Freiburg unterrichtet, sei über die „zweifelhaften Geschöpfe“ und die „Halbwesen“ zu sagen: "So eine Argumentation ist vollkommen irrational. Der Mensch, der durch die künstliche Befruchtung entsteht, ist ja selbst nicht künstlich. Er ist aus den gleichen Keimzellen entstanden wie jeder Mensch, nur dass diese eben nicht im Körper der Frau zusammen gekommen sind, sondern außerhalb des Körpers durch technische Verfahren. Sie verwechselt hier die Künstlichkeit der Prozesse mit der Künstlichkeit des Menschen."

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