Wissen und Gesundheit
04.04.2017

Künstliche Befruchtung: Regierung will Spenderregister einführen

Einigung zwischen Justiz- und Gesundheitsministerium. Die Auskunft über die biologische Herkunft soll dadurch einfacher werden.

Die Regierung will ein Spenderregister für Samen und Eizellen einführen. Eine solche zentrale Stelle soll die Auskunft über die eigene biologische Herkunft einfacher machen. Man befürworte die Schaffung eines solchen "Keimzellenregisters", bestätigten Justiz- und Gesundheitsministerium das Vorhaben in einer Anfragebeantwortung. Derzeit werden die rechtlichen Voraussetzungen geprüft.

Im Rahmen der Verhandlungen zum Fortpflanzungsmedizin-Rechtsänderungsgesetz 2015 haben sich die Grünen mit Anträgen für die Einführung eines zentralen Registers für Samen- und Eizellspenden sowie einer Senkung des Mindestalters für die Auskunftsrechte von Kindern eingesetzt. Nach zweijähriger Prüfung gaben die zuständigen Ministerien für Justiz und Gesundheit nun Grünes Licht. Die Einführung solle umgesetzt werden, hieß es gegenüber der APA aus dem Justizministerium.

Rechtslage wird noch geprüft

Zuerst müssten allerdings die rechtlichen Voraussetzungen geprüft werden, verwies man im Justizministerium etwa auf den Datenschutz. "Die Schaffung eines zentralen Registers für Samen- und Eizellspenden ist zum Wohl jener Spenderkinder, die eine Auskunft über ihre genetischen Eltern haben wollen", meinte Ressortchef Wolfgang Brandstetter (ÖVP) zur Maßnahme. In vielen Fällen sei es so, dass Kinder nicht wüssten, in welcher Krankenanstalt die medizinisch unterstütze Fortpflanzung durchgeführt wurde.

Freude gab es erwartungsgemäß bei den Grünen. Familiensprecherin Judith Schwentner betonte die Wichtigkeit von Transparenz und Überblick. Für Gesundheitssprecherin Eva Mückstein ist allerdings bedauerlich, dass die Ministerien der Forderung nach einer Senkung des Mindestalters nicht nachkämen. Die Altersgrenze, ab der Kinder, die mittels Keimzelle gezeugt wurden, Einsicht bzw. Auskunft über die biologischen Elternteile erhalten, soll nämlich beim vollendeten 14. Lebensjahr belassen werden.

"Gesteigerte Sensibilität"

Auch die Plattform kinderbekommen.at sah sich durch die Maßnahme bestätigt: "Die Stellungnahme der beiden Ministerien zeigt eine gesteigerte Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen der Kinder aus Keimzellenspenden", erklärt Gertraude Steindl von der Aktion Leben. Der Plattform gehören weiters die Katholische Aktion (KAÖ), die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) und der Katholische Familienverband (KFÖ) an.