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Studie
04/24/2013

Koffein könnte uns Gemüse schmackhaft machen

Die Kombination macht Ungeliebtes und Ungewohntes offenbar schmackhafter. Koffein erhöht Gedächtnisleistung bei Frauen stärker als bei Männern

Sie haben immer schon bedauert, dass Ihnen - nur als Beispiel - Karotten nicht schmecken? Oder Äpfel? Oder Joghurt? Dann versuchen Sie, das bisher wenig geliebte Lebensmittel mit einem koffeinhaltigen Getränk zu kombinieren. Dass dies von Erfolg gekrönt sein könnte, legt zumindest eine Studie der University of Buffalo, USA, nahe. 68 Frauen und Männer wurde über vier Tage hindurch ein angeblich koffeinhältiges Getränk angeboten - tatsächlich war nur bei jedem zweiten Koffein enthalten, die anderen erhielten lediglich ein Placebo-Getränk. Alle mussten aber dieses Getränk mit dem Konsum von Joghurt kombinieren - und zwar Joghurt in sieben ungewohnten Geschmacksrichtungen wie Mandel, Pfefferminz oder Ahorn, um bestehende Joghurt-Vorlieben auszuschließen und für alle Studienteilnehmer ein gleich ungewohntes neues Lebensmittel anzubieten.

Nach vier Tagen zeigte sich ein unerwartetes Ergebnis: In jener Gruppe, die zu ihrem Joghurt ein tatsächlich koffeinhältiges Getränk konsumierte, stieg die Zustimmung zu diesen ungewohnten Geschmacksrichtungen stärker als in der Gruppe mit dem Placebo-Getränk ohne Koffein. "Als nächstes möchten wir dieses Experiment mit Obst und Gemüse durchführen", sagt Studienleiterin Jennifer Temple. "Stellen Sie sich vor, Sie könnten - nur durch die Kombination mit Koffein - die eine Gemüsesorte lieben lernen, die sie bisher gehasst haben", heißt es dazu in einer Meldung des US-Wissenschaftsnachrichtendienstes Eurekalert.

Bessere Reaktion bei Frauen

Ein Team um Jennifer Temple veröffentlichte auf einer US-Ernährungstagung noch eine zweite Studie zum Thema Koffein: Sie konnte nachweisen, dass nach Koffeinkonsum die Studienteilnehmer bei Gedächtnis- und Reaktionstests besser abschnitten - das zeigten auch schon frühere Studien. Allerdings: Bei Frauen war die Zahl der korrekten Antworten nach Koffeinkonsum nochmals größer als bei Männern. Auch der Zyklus hatte bei den Frauen einen Einfluss auf die Zahl der korrekten Antworten. "Es ist dies die erste Studie, die derartige Geschlechterunterschiede und Unterschiede während des Zyklus aufzeigt", so Temple. Nehme man die hormonell bedingten unterschiedlichen Reaktionen auf den Koffeinkonsum als ein Modell her, könnte dieses auch neue Erkenntnisse für die Entwicklung geschlechtsspezifische Therapien fürdie Behandlung von Drogenabhängigkeit liefern, ist Temple überzeugt.

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