Wissen
12.03.2018

Klinik: 2.000 Eizellen nach Gerätefehler in Gefahr

Über 2.000 gefrorene Eizellen und Embryos sind nach einem Gerätefehler in einer Fruchtbarkeitsklinik in den USA in Gefahr.

In einer Klinik in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio sind über 2.000 Eizellen und Embryos beschädigt worden, weil ein Kühlgerät fehlerhaft funktionierte. Patti DePompei, Leiterin des University Hospitals MacDonald Women's Hospital, spricht von einer "vollkommen verheerenden" Situation, wie das Magazin Time berichtet. DePompeis Ausführungen zufolge sei die Temperatur in einem der zwei großen Kühltanks in der Fruchtbarkeitsabteilung des Universitätskrankenhauses am 3. März über das vorgeschriebene Limit gestiegen.

Die Spitalleitung geht davon aus, das über 500 Patienten von dem Fehler betroffen sind. Auch Personen, die bereits in den 80er Jahren Eizellen einfrieren ließen, sind betroffen. Die Patienten seien bereits über den Fehler informiert worden, heißt es. Die Proben seien unterdessen in einen anderen Aufbewahrungstank übersiedelt worden. Ob und in welcher Art und Weise betroffene Patienten für den Verlust kompensiert werden, ist derzeit noch unklar.

Zweiter Vorfall in San Francisco

Am selben Wochenende ereignete sich in einer Fruchtbarkeitsklinik in San Francisco ein ähnlicher Vorfall. Das berichtet die Washington Post. In einem Tank mit Tausenden gefrorenen Eizellen und Embryos sei es in Verbindung mit dem dort zur Kühlung eingeschleusten Flüssigstickstoff zu einem Fehler gekommen. Bei einer Routinekontrolle fiel auf, dass der Gehalt an Flüssigstickstoff in den Tanks zu niedrig sei.

Beide Vorfälle bedeuten für die betroffenen Frauen, Männer, Paare und Familien mitunter eine immense emotionale Belastung. Für die medizinischen Einrichtungen könnten die Gerätefehler teuer werden. Die American Society for Reproductive Medicine sprach in einer Reaktion auf den Vorfall in Cleveland von einer "Tragödie". "Zu allererst gilt unser Mitgefühl den Patienten, die einen Verlust erlitten haben", hieß es in dem Statement.

Im Jahr 2016 wurde laut Washington Post von der Organisation in Zusammenarbeit mit der Society for Reproductive Biologists and Technologists und der Society for Assisted Reproductive Technology ein Leitfaden veröffentlicht, der menschliches Gewebe "im Falle eines Notfalls oder einer Naturkatastrophe" schützen soll. In den Richtlinien wird auf fehlerhafte Gerätschaften innerhalb der medizinischen Einrichtungen nicht Bezug genommen.