Wissen
27.02.2018

Häufig kranke Kinder sind nicht schlechter in der Schule

Wiederholtes Kranksein mit Fieber und leichten Infektionen hat keinen Einfluss auf die Lernleistung.

Fieber, Ohrenschmerzen, starker Husten oder Schnupfen – alle diese Symptome kennen Eltern in der kalten Jahreszeit nur zu gut und oft können Kinder deshalb nicht in die Schule, sondern müssen das Bett hüten. Eine aktuelle groß angelegte Studie der Universität Aarhus in Dänemark verglich nun die Daten von rund 600.000 Kindern und kommt zu dem Schluss: Auch wenn ein Krankheitstag auf den anderen folgt und der Gang in die Apotheke zur Routine wird, müssen sich Eltern keine Sorgen machen, dass ihr Kind in der Schule schlechter abschneiden wird oder die Krankentage Einfluss auf die kognitive Entwicklung haben.

Die Studie, die in der Fachzeitschrift The Pediatric Infectious Disease Journal veröffentlicht wurde, umfasst Daten zu Gesundheit, Behandlung, Krankenhausaufenthalten, der Häufigkeit von Medikamenten-Verschreibungen sowie Prüfungsleistungen der 9. Schulstufe von Dänen, die zwischen 1987 und 1997 geboren wurden. Ebenfalls einbezogen wurden Faktoren wie das Geburtsgewicht, psychische oder chronische Erkrankungen sowie das Bildungsniveau und die psychische Gesundheit der Eltern. Die Ergebnisse gelten für leichtere Infektionen und Krankheiten. Für schwere Infektionskrankheiten wie Masern, Röteln oder Meningitis zeigen zuvor veröffentlichte Studien, dass diese sehr wohl die Lernfähigkeit von Kindern beeinträchtigen können. Dies gilt auch für längere Spitalsaufenthalte.

Leichtere Infektionen und die damit verbundenen Fehltage in der Schule haben laut Studienautoren allerdings keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, mit der die neunte Schulstufe erfolgreich absolviert wird, auch wenn das Kind definitiv krank ist und Medikamente benötigt.