Wissen und Gesundheit
23.07.2017

So viele Bakterien leben auf Küchenschwämmen

Sie bieten Bakterien idealen Nährboden, zeigt neue Studie - und sollten oft getauscht werden.

Küchenschwämme sollten regelmäßig gewechselt werden, da sie als regelrechte Keimschleudern gelten und Bakterien ideale Bedingungen zur Vermehrung bieten. Allerdings sollte das noch öfter als bisher gedacht stattfinden. Untersuchungen der Justus-Liebig-Universität Gießen und des Helmholtz Zentrums München zeigten, dass auf Küchenschwämmen eine "besorgniserregend hohe Konzentration von Keimen vorzufinden" sei. Die Forscher hatten dafür gebrauchte Haushaltsschwämme untersucht.

Insgesamt fanden sich 362 verschiedene Arten von Bakterien auf den Schwämmen. Für die Forscher war vor allem, welche Bakterienarten sie vorfanden: Neben Umwelt- und Wasserkeimen auch solche, die auf der Haut des Menschen zu finden sind.

Austauschen statt reinigen

Die Forscher stellten ebenso fest, dass das Reinigen von gebrauchten Schwämmen wenig zur Verringerung der Keimbelastung beiträgt - im Gegenteil: In vielen untersuchten Schwämmen war die Keimbelastung nach der Reinigung sogar höher. Das erklären die Forscher damit, dass durch das feuchte Milieu sowie Nahrungsmittelreste und Schmutz viele Nährstoffe für die Bakterienvermehrung vorhanden sind. Vor allem in sensiblen Bereichen wie Pflege- und Altenheimen sollten die Schwämme daher nicht gereinigt sondern idealerweise im wöchentlichen Rhythmus gleich ausgetauscht werden. Denn - und das ist die positive Nachricht - auf unbenutzten, neuen Schwämmen fanden sich keine Bakterien.