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Wissen und Gesundheit
04/08/2014

Mit Koffein gegen die Alzheimer-Krankheit

Neue Hinweise auf Schutzeffekte vor Demenzerkrankungen.

Kaffee gilt als konzentrationsfördernd und schneller Wachmacher. Doch möglicherweise hilft Koffein nicht nur kurzfristig gegen Müdigkeit, sondern auch langfristig gegen Alzheimer. Seit einiger Zeit gibt es Hinweise darauf, dass Kaffee- und Tee-Trinker in höherem Alter bessere Gedächtnisleistungen zeigen und ein verringertes Risiko aufweisen, an Alzheimer zu erkranken. Wie jetzt ein Forscherteam der Universitäten Bonn und Lille (Frankreich) herausfand, hemmt ein Koffein-ähnlichen Wirkstoff im Laborversuch mit Mäusen Ablagerungen des sogenannten Tau-Proteins im Gehirn.

Solche Tau-Ablagerungen sind einer der beiden Hauptindikatoren für die Alzheimer-Krankheit. Beim anderen Indikator, Verklumpungen aus Amyloid-Beta-Protein, war die positive Wirkung von Koffein bei Mäusen bereits belegt. Nun hat das Team um die Bonner Professorin Christa Müller und ihren Forscherkollegen David Blum aus Lille die Wirkung erstmals auch für das Tau-Protein bestätigt. Erste Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschafter in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Neurobiology of Aging".

Demnach blockiert Koffein bestimmte Rezeptoren im Gehirn, die sonst vom Botenstoff Adenosin aktiviert werden. Diese Blockade wirkt sich Vorstudien zufolge auf die Amyloid-Beta-Schädigungen aus. Die Menge der schädlichen Verklumpungen wird reduziert, ein schützender Effekt durch Koffein tritt ein. Die aktuelle Studie zeigt nun: Der Effekt hilft auch gegen die Tau-Ablagerungen.

"Vielversprechender Ansatz"

Der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Werner Hofmann, sprach von einem "ausgesprochen vielversprechenden Ansatz" der Studie. "Der Weg ist allerdings noch sehr weit." Auch sei der Rahmen des Projekts eher klein: "Das Volumen der Forschungsgelder ist ganz bescheiden." Professorin Müller erhielt 30 000 Euro vom gemeinnützigen Verein "Alzheimer Forschung Initiative" (AFI), ihr Kollege aus Lille forschte mit knapp 50 000 Euro der französischen Schwesterorganisation der AFI.

Die Wissenschafterin Müller sprach in einer Erklärung am Montag von "einem guten Schritt voran". Man habe gezeigt, dass der neue Ansatz "in einem Tiermodell, das der Krankheit sehr ähnlich ist, tatsächlich sehr positive Wirkungen" mit geringen Nebeneffekten habe. Nun müssten zunächst weitere Versuche mit Tieren folgen, dann erst ständen erste klinische Studien an.

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