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Mediziner-Kongress
03/02/2017

Wie Tumore vergiftet und Blutgerinnsel zerstört werden

Radiologen entwickeln neue Behandlungsmethoden, die machen Krebs- und Schlaganfalltherapien machen.

Es tut sich derzeit viel in der Radiologie. Bisher verband man mit dem medizinischen Bereich ja vor allem die Diagnose von Krankheiten, während die Behandlung später von Kollegen anderer Fachrichtungen durchgeführt wurde.

Das ändert sich gerade. Bei der interventionellen Radiologie gehen Behandlung und Diagnose nämlich Hand in Hand. 25.0000 Radiologen aus ganz Europa tauschen sich im Wiener Austria Center deshalb derzeit vorwiegend über dieses Thema aus. Univ-Prof. Klaus Hausegger weiß, wie man mithilfe von Röntgen, Computertomografie, Magnet-Resonanz-Therapie oder Ultraschall Krebspatienten effektiv helfen kann: "Durch bildgebende Verfahren ist es einfacher, das Ziel anzuvisieren. Mithilfe von Sonden können wir Gefäße öffnen oder Tumore exakt lokalisieren und behandeln." Um die Krebszellen zum Schrumpfen zu bringen, werden sie erhitzt, mit Mikrowellen beschossen oder eingefroren. Auch lokal verabreichte Chemotherapie und Behandlung mit radioaktiven Substanzen werden immer verbreiteter.

Leber-Karzinom

Solche Behandlungsmethoden sind zum Beispiel bei Patienten mit Leberkrebs erfolgreich. Dabei werden kleinste Partikel mit einer radioaktiven Substanz beladen und direkt in diejenigen Blutgefäße gespritzt, die das Organ versorgen. In Österreich wird diese Behandlungsform nur im Wiener AKH und demnächst im Klinikum Klagenfurt angeboten, wo Hausegger arbeitet. Er gilt als eine Koryphäe aus dem Gebiet der interventionellen Radiologie.

Diese relativ neue medizinische Methode nutzt nicht nur Krebspatienten. Auch wer einen Schlaganfall hat, hat so eine um 50 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, wieder gesund zu werden. "Mithilfe kleinster Kanülen wird das Blutgerinnsel, das ein Gefäß im Hirn verstopft, entfernt und die Sauerstoffversorgung schnell wieder hergestellt", erläutert Hausegger.

Brust-Screening

Unter Medizinern heftig diskutiert wird auch eine neue Art der Brustkrebs-Vorsorge. War bisher die Mammografie die Standarduntersuchung, so gibt es seit neuestem die digitale Brust-Tomosynthese. Ihr Vorteil: Sie liefert 50 bis 100 Schnittbilder pro Brustseite, während es bei der herkömmlichen Mammografie nur zwei sind. So werden mehr Tumore erkannt.

Dass somit mehr Bilder vorhanden sind, bedeutet allerdings auch einen höheren Arbeitsaufwand für den Arzt. Zudem muss die nötige Infrastruktur geschaffen werden, um die entstehende Datenmenge zu speichern. Einige Mediziner warnen vor Überdiagnosen. Heißt: Es werden Krebszellen entdeckt, die der betroffenen Frau wahrscheinlich ihr Leben lang nicht gefährlich worden wären, was bei zehn bis 20 Prozent aller Diagnosen der Fall ist.

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