© NASA

Studie
04/29/2016

Intakter Asteroid aus der Zeit der Erdentstehung entdeckt

Ein Himmelskörper, der so manches Geheimnis birgt

Astronomen haben einen gut erhaltenen Asteroiden im Weltall entdeckt, der ursprünglich aus dem inneren Sonnensystem stammen soll. Das offenbar Milliarden Jahre alte Gesteinsobjekt C/2014 S3 scheint aus der Zeit zu sein, in der sich die Erde gebildet hat, wie die Europäische Südsternwarte (Eso) in Garching bei München mitteilte. Ein internationales Team, darunter auch Eso-Forscher, hatte den Asteroiden mit zwei Teleskopen unter die Lupe genommen.

Der erste ungebackene Asteroid

C/2014 S3 habe die meiste Zeit weit draußen in unserem Sonnensystem - in der sogenannten Oortschen Wolke - verbracht, schreiben die Wissenschaftler um Karen Meech vom Astronomie-Institut der Universität Hawaii im Fachblatt „Science Advances“. Dort ist es unter minus 200 Grad kalt. „Wir kennen bereits viele Asteroiden, aber sie wurden alle über Milliarden von Jahren in der Nähe der Sonne gebacken. Das ist der erste ungebackene Asteroid, den wir beobachten konnten: Er wurde in der besten Tiefkühltruhe konserviert, die es gibt“, sagte Meech. Im Gegensatz dazu hat die Sonneneinstrahlung laut der Eso bei den meisten Himmelskörpern flüchtige Elemente verdampfen lassen und damit die chemische Zusammensetzung geändert.

12 Milliarden Tonnen schwer - und trotzdem ein Zwerg

C/2014 S3 befindet sich der Studie zufolge mehr als doppelt so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Seine lange Umlaufdauer von derzeit etwa 860 Jahren legt dabei nahe, dass der Asteroid erst vor vergleichsweise kurzer Zeit aus der Oortschen Wolke in eine Umlaufbahn geschubst wurde, die ihn näher an die Sonne heranbringt. Seine Größe können die Wissenschaftler nur sehr vage schätzen.

Der Asteroid hat einen Durchmesser zwischen 1 und 2,5 Kilometern. Seine Masse beträgt wohl etwa 12 Milliarden Tonnen, was für einen Asteroiden eher klein ist. C/2014 S3 könnte laut Eso wichtige Anhaltspunkte liefern, wie sich das Sonnensystem gebildet hat. Den Forschern zufolge könnten Objekte, die noch heute ihre ursprüngliche chemische Zusammensetzung haben, unter anderem Hinweise darauf geben, wie das Wasser auf die Erde gekommen ist.

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