Wissen
20.02.2018

Erstmals Rückgang bei Grippe- Neuerkrankungen in Wien

Virenaktivität bleibt aber weiterhin hoch.

Mit der Influenza oder mit den mit weniger schweren Symptomen verlaufende grippalen Infekten könnte es in Österreich bergab gehen. Jedenfalls gab es vergangene Woche in Wien rund 14.200 Neuerkrankungen nach einem Gipfel mit 14.600 Fällen in der Woche davor. Aber der Kurvenverlauf bei der Influenza ist de facto nicht vorhersehbar.

„Erstmals leichter Rückgang der Influenzavirusnachweise. Die Influenzavirusaktivität ist dennoch auf hohem Niveau, 74 Prozent aller Sentinel-Proben (Proben von Patienten durch ausgewählte Ärzte; Anm.) wurden positiv auf Influenzaviren getestet“, schrieben die Experten vom Diagnostischen Influenza Netzwerk Österreich (DINÖ) am Dienstag.

In Europa sei die Influenzavirusaktivität weiterhin auf hohem Niveau. „Mittlerweile melden auch immer mehr Länder Osteuropas eine weitverbreitete Influenzavirusaktivität“, schrieben die Fachleute. In Österreich waren bisher Influenza B Viren dominant, doch vor allem die A(H1N1)pdm09-Erreger (Pandemie-Influenzavirus von 2009/2010) dürften aufholen.

Grippe und Herzinfarkt

Kanadische Forscher belegten indes einen Zusammenhang zwischen echter Grippe und Herzinfarkten, die als schwere Folgeschäden der Viruserkrankung auftreten können. Während der Erkrankungswoche ist das Risiko für einen Herzinfarkt sogar um das Sechsfache erhöht.

Die Infektionen dürften Entzündungen verursachen, die zu Blutgerinnseln in den Herzgefäßen führen, betonen die Forscher vom Institut für klinische Evaluationswissenschaften (ICRS) in Toronto in ihrer Untersuchung. Die Studie wurde im Fachmagazin "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Für die Erkenntnisse haben die Forscher über sieben Jahre hinweg die Daten von 364 Grippe-Erkrankten im Alter über 35 Jahren analysiert – deren Infektionen waren mittels Labortests gesichert und sie haben alle innerhalb eines Jahres einen Herzinfarkt erlitten. Bei 20 Patienten trat der Infarkt bereits in den ersten sieben Tagen nach der Grippe-Erkrankung auf. Die restlichen landeten im Laufe des Jahres wegen eines Infarkts im Krankenhaus.