Hunde tauschen Gefälligkeiten aus

Rocky, a Belgian Shephard Malinois who has fathere…
Foto: AP/Rebecca Blackwell Malinois helfen einander gegenseitig - oder nicht.

Die besten Freunde des Menschen haben eine abstrakte Vorstellung von Hilfsbereitschaft.

Hunde revanchieren sich bei ihren Artgenossen für eine Gefälligkeit, auch wenn dies nur über eine andere gute Handlung möglich ist, fand der österreichische Verhaltensbiologe Michael Taborsky heraus. Die Tiere verfügen demnach über eine gewissermaßen abstrakte Vorstellung von Hilfsbereitschaft. Die Studie erschien im Fachmagazin Biology Letters.

Diensthunde im Experiment

Taborsky, der am Institut für Ökologie und Evolution der Universität Bern (Schweiz) forscht, hat mit seiner Doktorandin Nastassja Gfrerer Diensthunden der Schweizer Armee die Möglichkeit geboten, Gefälligkeiten mittels verschiedener Mechanismen auszutauschen. Im Versuch saßen jeweils zwei Belgische Schäferhunde in benachbarten Zwingern. Zunächst konnte der eine dem anderen Futter verschaffen, indem er etwa mit der Pfote auf einen Hebel drückte, woraufhin sich im benachbarten Zwinger ein Behälter öffnete, der Leckerlis enthielt.

Einmal Pfote, einmal Schnauze

Egal, ob dies geschah oder nicht, hatte der andere danach die Möglichkeit, seinerseits dem Partner Futter zukommen zu lassen. Er konnte dabei aber nicht einfach die Tätigkeit des Ersten kopieren, sondern musste mit der Schnauze einen Strick fassen und daran ziehen, um Essbares in den Zwinger des Nachbarn zu befördern.

Hunde unterscheiden großzügige und weniger kooperative Partner

Dies geschah viel öfter, wenn die Hunde zuvor von ihrem Artgenossen Futter bekommen hatten, berichten die Forscher. Dabei war es einerlei, welche der beiden Handlungen (Futter heranziehen oder Behälter öffnen) zuerst eingesetzt worden war. "Hunde können also hilfsbereite Sozialpartner von weniger hilfsbereiten unterscheiden und großzügige Artgenossen mithilfe eines völlig anderen Mechanismus für ihre vorherige Gabe entlohnen", sagt Taborsky.

Betteln unter Artgenossen

Die Tiere haben übrigens auch ihren jeweiligen Partner angebettelt, ihnen zum Futter zu verhelfen. "Sie versuchten also, den Sozialpartnern ihren Hilfebedarf zu vermitteln", so der Forscher. Diese reagierten aber nur dann wirklich darauf, wenn sie vorher von jenem Individuum auch etwas bekommen hatten. Zunächst den anderen abblitzen zu lassen, um dann groß zu schnorren, wirkt also bei Hunden untereinander nicht.

(APA) Erstellt am
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