Krabbeltiere
10/16/2013

Hochsaison für Kopfläuse

Veraltete Tipps wie das Einfrieren von Kuscheltieren sind gar nicht nötig.

Jedes dritte Kind macht im Laufe seiner Kindergarten- und Schulzeit zumindest einmal Bekanntschaft mit Läusen. Besonders im Herbst und im Frühling haben Kopfläuse Hochsaison. „Viele veraltete Ratschläge, wie z.B. das Einfrieren von Kuscheltieren oder ein gesamter Wohnungsputz, halten sich hartnäckig und bedeuten für die Familie viel Stress“, erklärt Dr. Judith Glazer, Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs. „Dieser Aufwand ist nach heutigem Wissensstand aber gar nicht nötig“.

Besonders in der Altersgruppe der 5-12-Jährigen sind Läuse häufig. In diesem Alter werden die Köpfe beim Spielen oft eng zusammengesteckt und die 0,2-3 mm großen Läuse krabbeln von Kopf zu Kopf. „Die Tierchen sind zwar nicht gefährlich, aber ungemein lästig. Sobald bei Ihrem Kind, in seinem Freundeskreis oder bei Schul- und Spielkameraden Läuse entdeckt werden, gilt es schnell zu reagieren“, so Dr. Glazer: „Ein Kind kann wieder in die Schule gehen, sobald es sorgfältig mit Anti-Läuse-Mittel behandelt wurde. Auch danach sollten Eltern die Kopfhaut allerdings regelmäßig kontrollieren“.

Lausige Irrtümer – neue Erkenntnisse

Läuse werden immer noch mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Das ist ein Irrtum – auch auf dem saubersten Kopf fühlen sich Läuse wohl“, erklärt Glazer. Auch ist eine Übertragung durch Polstermöbel, Kopfkissen, Autositze oder Plüschtiere entgegen häufiger Befürchtung äußerst unwahrscheinlich, da die Läuse abseits des Kopfes und ohne regelmäßige Blutmahlzeiten schon innerhalb weniger Stunden vertrocknen. Eine aufwendige Reinigung der gesamten Umgebung ist nicht nötig! Auch das früher oft empfohlene Einfrieren von Kuscheltieren und Wollkleidung oder das einwöchige Aufbewahren in verschlossenen Plastikbeuteln muss nicht sein, da die Läuse oder Nissen auch ohne diese aufwendige Prozedur rasch absterben. Durch Bürsten oder Kämme können Läuse allerdings unmittelbar von Kopf zu Kopf übertragen werden. Diese sollten daher gründlich von Haaren befreit und gereinigt werden.

CHECKLISTE zur lausfreien Familie

• Wenn Sie bei Ihrem Kind Läuse entdecken, behandeln Sie es umgehend mit einem Anti-Läuse-Mittel.

• Kinderfreundlich sind insektizidfreie Mittel auf physikalischer Basis mit kurzen Einwirkzeiten (15 Minuten). Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach.

• Kontrollieren Sie auch alle anderen Familienmitglieder sorgfältig auf Lausbefall und behandeln Sie betroffene Familienmitglieder ebenfalls umgehend – am besten am selben Tag.

• Die nach einer Behandlung in den Haaren verbleibenden Nissen (Eier) sind in der Regel abgestorben. Sie können mit einem Nissenkamm entfernt werden.

• Durch die gemeinsame Verwendung von Haarbürsten oder Kämmen können Läuse direkt von Kopf zu Kopf weitergegeben werden. Entfernen Sie alle Haare aus Kämmen und Bürsten und reinigen Sie diese gründlich.

• Kontrollieren Sie danach weiterhin regelmäßig die Kopfhaut. Führen Sie, wenn nötig, nach etwa einer Woche eine neuerliche Behandlung durch.

• Benachrichtigen Sie alle engen Kontaktpersonen (Freunde, Betreuungspersonen u. a.) bzw. Schule, Kindergarten etc., damit auch diese rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können.

Weitere Infos gibt es unter www.schulaerzte.at

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